PRESSEMITTEILUNG: Abgründe statt Exzellenz
– über 3.700 Absagen an IGSen in RLP: Grüne Jugend Rheinland-Pfalz fordert das Ende des gegliederten Schulsystems und eine echte Schule für alle!
Die Landesregierung hat sich im heutigen Landtagsplenum mit dem Exzellenztitel für die Rhein-Main-Universitäten, darunter die JGU Mainz, gerühmt. Gleichzeitig vergisst sie die Abgründe im rheinland-pfälzischen Bildungssystem. Eine kleine Anfrage der GRÜNEN Landtagsfraktion im Sommer hatte das Ausmaß des Notstands an den Schulen in Rheinland-Pfalz aufgezeigt: Im aktuellen Schuljahr fehlen landesweit mindestens 3.703 Plätze an Integrierten Gesamtschulen (IGSen). Exzellenz in der Bildungselite stehen tausende Schüler*innen gegenüber, die an ihren Wunschschulen abgewiesen werden. Die GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz fordert angesichts dieser Zahlen grundlegende Reformen in der rheinland-pfälzischen Bildungspolitik, die sich nicht nur auf die Spitzenforschung beschränken.
Dazu erklären Sara Pasuki und Giuseppe Guzzo, Co-Landesvorsitzende der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz:
„Wenn über 3.700 Kinder und Jugendliche keinen Platz an einer IGS bekommen, wird der explizit geäußerte Wunsch von Familien und Schüler*innen nach gemeinsamem Lernen eiskalt ignoriert. Statt allen Kindern die gleichen Chancen zu bieten, hält die Landesregierung starr an einem veralteten System fest, das schon nach der vierten Klasse aussortiert. Wer aus sozial schwächeren Verhältnissen kommt, wird durch diese Selektion systematisch benachteiligt. Das ist ungerecht und raubt jungen Menschen ihre Zukunftsperspektiven. Wir brauchen endlich den Mut zu einer echten Schule für alle, in der Kinder unabhängig von Noten oder Herkunft gemeinsam bis zur 10. Klasse lernen und individuell gefördert werden können!“
Die GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz fordert von der Landesregierung:
- Schluss mit Frühtrennung: Schrittweise Überführung des gegliederten Schulsystems in eine integrative Gemeinschaftsschule für alle Kinder.
- Leistungsdruck abbauen: Noten- und Selektionsdruck durch individuelle Entwicklungsberichte ersetzen.
- Demokratie an Schule stärken: Mehr Mitbestimmungsrechte für Schüler*innenvertretungen bei Schulgestaltungen und Lehrplänen – Schule muss ein Ort gelebter Demokratie sein.