08.12.2004
Pressemitteilung 31/2004
Zustand des Waldes alarmierend – schnelles Umdenken nötig

Knapp über einen Monat nach der Veröffentlich des Rheinland-Pfälzichen Waldzustandsberichtes informierte heute Bundesagrarminsterin Renate Künast über den bundesweiten Zustand des Waldes. Dazu Alexander Grünen, Umweltpolitischer Sprecher der Grünen Jugend Rheinland Pfalz:

„Der Zustand des Waldes ist ein Maß für die Intelligenz und die Nachhaltigkeit der Politik der Menschen. Der Wald wird geschädigt durch unvernünftigen Umgang mit Düngemitteln in der konventionellen Landwirtschaft, durch Massentierhaltung und durch den Verkehr.

Junggrüne Forderungen wie die Agrarwende hin zur ökologischen Landwirtschaft und zu humaneren Tierhaltungsformen, sowie nach dem Ausbau des ÖPNV, um überflüssige PKW-Kollonen zu vermeiden, zeigen die einzig wirkungsvollen Wege auf, um dem Waldsterben in Deutschland und auch in Rheinland-Pfalz ein Ende zu bereiten. Kurzfristige Maßnahmen wie die Bodenschutzkalkung, mit denen sich die Landesregierung rühmt, den Zustand des Waldes trotz des Extremsommers 2003 stabil gehalten zu haben, reichen bei Weitem nicht aus, um die Zahl von 3/4 an mindestens leicht geschädigten Bäumen und 1/3 an deutlich geschädigten Bäumen, wie sie der Waldzustandbericht der Landesregierung nennt, spürbar herunterzufahren.

Rheinland-Pfalz als waldreichstes Bundesland muss eine VorreiterInnenrolle übernehmen und zeigen, wie eine ökologische Agrarwende und sinnvolle Verkehrspolitik sich positiv auf den Wald auswirken. Die entsprechende Konzepte muss die Landesregierung endlich verinnerlichen.

Ein nicht zu unterschätzender Teil des Waldsterbens wird durch die Kerosinbelastung hervorgerufen, die in Folge des Booms an Billigfluglinien rapide angestiegen ist. Nur eine längst überfällige europäische Kerosinsteuer könnte dieses Problem eindämmen.

Wer die bundesweite Verschlechterung des Waldzustandes mit dem „Jahrhundertsommer“ 2003 erklärt, sollte nicht vergessen, dass solche Wetterkapriolen infolge des Klimawandels menschengemacht sind und dass es außerdem unsere Schadstoffe von Verkehr und Landwirtschaft sind, die den Bäumen ihre Widerstandfähigkeit gegen extreme Wetterverhältnisse nehmen.“