Zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie macht sich unsere politische Geschäftsführerin Berenike Klapper ein paar Gedanken darüber, wie Krisen und Ausgrenzungsbewegungen zusammen gehören.

Erstmal scheint da kein Zusammenhang zu bestehen, oder? Aber wie alle Krisen schafft es auch diese in den Menschen Angst zu schüren. Rechte Parteien werden in Parlamente gewählt. Schutz wird in „Normalität“ und Versprechungen von Bewahrung dieser gesucht. Ende März erst wurde in Russland ein neues Gesetz eingeführt, um das Sprechen von, die Aufklärung über Homosexualität zu verbieten. Ohne Aufklärung aber bleibt Homophobie weiter bestehen, wächst sogar. Denn es ist das Fremde, was die Menschen fürchten.

 

 


Und nicht nur in Russland wachsen die Verbote. In Frankfurt wurde aufgrund der Proteste gegen die Eurokrise eine Kranzniederlegung zum Tag gegen Homophobie verboten. Es wird verboten ein friedliches Zeichen, ein Zeichen der Toleranz in Zeiten der Krise zu setzen. Dabei scheinen wir es normalerweise doch ganz gut zu haben in Deutschland. Mit unserem Lebenspartnerschaftsgesetz, im Gegensatz zu den offiziellen Zahlen von 5 mal Todesstrafe und 73 mal Androhung von anderen Strafen im internationalen Vergleich.

Aber das reicht uns nicht. Noch immer bringen sich Jugendliche um, weil sie gemobbt werden, weil sie sich nicht trauen in der Öffentlichkeit zu ihrem „Anderssein“ zu stehen. Hier bei uns. Wie viele offen Homosexuelle kennt ihr aus eurer Schulzeit. Ich kenne einen. Aber er war sicher nicht der einzige.

Und dann ist heute Vatertag. Ein Tag also, an dem das Patriachat, alte Traditionen hochgehalten werden. Warum Neues denken? Wir leben in Krisenzeiten. Aber ohne neue Wege zu beschreiten kommen wir nicht voran. Toleranz ist eine Bereicherung unseres Lebens. Und diese Bereicherung darf keiner durch willkürliche Gesetze einschränken! Die Todesstrafe für Homosexualität? Wen schützt mensch da denn vor was?

Lasst die Menschen Menschen sein. Leben und Lieben wie sie wollen.