von Kai Lüke

Uranfördernde LänderDie Diskussion um Atomkraft ist oft auf Deutschland, Sicherheit und die Endlagerthematik bezogen. Da wir in der EU seit dem Ende der DDR aber weder ein Endlager noch Uranminen haben, müssen wir das Absurdum Atomkraft radikaler angehen und an den Wurzeln packen: den Yellowcakes, die in die EU geliefert werden. Sie sind der Ausgangsstoff für die Herstellung von Brennelementen und könnten als Urankonzentrat bezeichnet werden. Yellowcake ist ein Gemisch von Uranverbindungen, das durch Herauslösen aus dem Uranerz anhand von Säuren hergestellt wird. Für eine Tonne davon fallen je nach Gehalt des Gesteins bis zu 40 000 Tonnen radioaktiver Abraum an, der in der Abbauregion liegen bleibt und Jahrtausende lang strahlt und das Grundwasser verseucht. Solche Abbauorte finden sich auch in afrikanischen Ländern wie Nigeria, Namibia und Niger. Einige ReporterInnen und AktivistInnen haben die Reise auf sich genommen und zu den Minen sowie den Menschen, die in ihnen arbeiten, recherchiert.


Firmen aus den Industriestaaten sind dort ansässig, ihnen gehören Minen und Gewinn. Die Minen verändern die Landschaft und bilden die einzige Arbeitsstelle für eine große Region. Arbeitende haben keine andere Perspektive und tragen mit ihrem Job Sorge für ihre gesamte Familie. Die Jobs sind begehrt – trotz den für Großteile der Bevölkerung unerklärlichen Krankheiten, die bei manchen Arbeitenden auftauchen. So gibt es Hautkrankheiten, Asthma, Tuberkulose, Leukämie und Lungenkrebs. Der Lungenkrebs zum Beispiel ist verursacht durch das radioaktive Gas Radon und den radioaktiven Staub, vor dem bei der Arbeit und in der Nähe der Mine nur unzureichend geschützt wird. In einigen Fällen gehört das örtliche Krankenhaus dem Unternehmen, sodass eine mit der Arbeit in der Mine zusammenhängende Attestierung der Krankheit nie ausgestellt wird.

Die Proteste der Arbeitenden für eine Anerkennung der Zusammenhänge und eine Entschädigung finden nur begrenzt statt, da das Abhängigkeitsverhältnis zu dem Unternehmen zu hoch ist. Die wenigen AktivistInnen fordern auch mehr Umweltschutz, da Unmengen an Wasser verbraucht werden – ganz abgesehen vom CO2, das bei Abbau, Verarbeitung und Transport ausgestoßen wird.

Der Bayerische Rundfunk berichtete: „Der Abraum lagert meist in riesengroßen Becken, sogenannten Tailings. Die seien praktisch ungesichert, sagt Bertchen Kohrs, Umweltaktivistin in Namibia. Das Uran kann ins Grundwasser gespült werden. Das Wasser wird so unbrauchbar für viele Generationen. Außerdem trage der Wind den radioaktiven Staub fort. Die Folgen der Minen sind noch Jahrhunderte zu spüren – auch wenn die Minen meist nach 20 bis 30 Jahren geschlossen werden.”
Wenn wir gegen Atomkraftwerke protestieren, protestieren wir auch gegen Ausbeutung von Mensch und Natur. Wir müssen die Kritik auch auf die Beschaffung des Urans ausweiten, da die Atomlobby hier noch keine hohlen Argumente verbreitet hat.

Nähere Informationen nehmt ihr aus den Quellen zu diesem Artikel:

http://www.br-online.de/bayern2/notizbuch/uran-uranabbau-afrika-ID1243257181793.xml

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,686633,00.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,686763,00.html

http://www.castor.de/presse/biprmtlg/2009/quartal2/0516.html

http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Niger/uran.html