Der Infostand

Am Samstag, 22.12. stritten Mitglieder der Grünen Jugend gemeinsam mit einem Netzwerk bestehend aus Anti Atom Netz Koblenz, BUND Jugend, BUND, Attac, Greenpeace und der Linksjugend [’solid] gegen die Missstände der konventionellen, industriellen Landwirtschaft.

Jährlich fallen in Deutschland knapp 300 000 Gänse dem allseits beliebten Weihnachtsbraten zum Opfer. Getränkt mit Rotwein und verfeinert mit Bratäpfeln, Rotkohl und Klößen wird schließlich das zuvor zu Tode gequälte Tier verschlungen.

Zu Tausenden werden Gänse, Enten und Truthähne für ungefähr 12 Wochen in Masthallen überall auf der Welt festgehalten und bis zum Schlachtgewicht mit Maisbrei und Getreideschrot voll gestopft.

Dabei ist das Leben einer Stopfgans besonders qualvoll. Täglich wird den jungen Gänsen und Enten 1 kg stark gesalzener Brei mit Hilfe von Eisenröhren direkt in den Magen gefüllt. In Folge dessen finden viele Tiere den Tod, da ihre Organe auf Grund der 10-fachen Vergrößerung durch die starke Überfütterung platzen. Wenn die Tiere überleben, steigt das Leid von Tag zu Tag an, bis sie ihr finale Schlachtgewicht erreicht haben. Dabei geht es bei der Stopfgans lediglich um die Leber, die nach der Tortur mariniert mit Preiselbeeren auf den Tellern sämtlicher Restaurants landet.

Allerdings werden nicht nur Tierschützerinnen und Tierschützer bei dieser abartigen massenhaften Haltung der Tiere hellhörig und aktiv. Auch Klimaforscherinnen und Klimaforscher sehen akuten Handlungsbedarf.

Der globale, von Menschen verursachte Klimawandel ist kaum noch aufzuhalten. Besonders wird diese Problematik durch den aktuell publizierten Bericht des UN- Klimarates verdeutlicht. In diesem Bericht wird geschildert, dass selbst bei einer höchst ambitionierten und somit in dieser Gesellschaft kaum umsetzbaren Verringerung der Treibhausgas Emission der allgemeine Temperatur Anstieg von ungefähr 2°C nur zu 50% aufzuhalten ist. Das heißt, dass selbst im besten Falle, also wenn sämtliche Klimaschutzmaßnahmen sofort umgesetzt werden würden, der Klimawandel trotzdem diese Welt beherrschen wird.

Dabei spielt die industrielle Massentierhaltung eine essentielle Rolle. 2007 gab die Welternährungsorganisation bekannt, dass die massenhafte Haltung von Schweinen, Rindern, Hühnern und Gänsen der Klimakiller Nummer 1 ist. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass 21% der menschlich verursachten CO2 Emission auf konventionelle Tierhaltung zurück zuführen sind.

Wenn wir als Konsumentinnen und Konsumenten folglich nicht sofort damit beginnen, unseren Fleisch Konsum drastisch einzudämmen bzw. dem Fleisch Konsum ganz abzusagen, wird dem Klima nicht mehr zu helfen sein.

Die Aktivist*Innen des Netzwerkes „Tiere leiden – wie genießen“ haben diese elementare Problematik erkannt und werden sich auch zukünftig in Koblenz und Umgebung dafür einsetzen, dass die Politik industrielle Tierhaltung verbietet und die Tierhaltungs-BUND Aktivist in SchafskostümGJ Aktivistin in Scheinskostüm Landwirtschaft wieder in den Händen von regionalen Klein Landwirtinnen und Landwirten liegt. Der Zeitpunkt, sich aktiv in dieser Gesellschaft einzubringen, ist längst überfällig, weshalb es umso wichtiger ist, dass sich auch weitere Menschen angesprochen fühlen und sich dem Netzwerk im Kampf gegen den Klimawandel, gegen den Wahnsinn der momentanen Agrarindustrie und für ein schönes Leben aller Lebewesen einsetzen.

In sofern wünschen wir allen eine besinnliche hoffentlich fleischfreie Weihnachtszeit.