InInvestigate THOR STEINAR AUFLAGE zwei unserer Landesgeschäftsstelle liegen noch einige Hefte von »Investigate Thor Steinar« mit einer ausführlichen und tiefgründigen Analyse der Nazi-Marke „Thor Steinar“ sowie der verwendeten Motive. Schon seit sieben Jahren finden Nazis mit „Thor Steinar“ Kleidung, die nicht nur mit dem Modetrend mitgeht, sondern mal mehr und mal weniger auffällig einen Bezug zu Rassismus, einem verklärten „Nordischen“, der NS-Zeit, dem Zweiten Weltkrieg, nazistischem politischen Terror und der deutschen Kolonialgeschichte herstellt.

Der Name „Thor Steinar“ lässt sich auf die bekannte Gottheit der nordisch-germanischen Mythen beziehen sowie Felix Steiner (1896-1966), General der Waffen-SS und SS-Oberführer, beteiligt an nazistischen Kriegsverbrechen, Schoah und Kommandeur der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ und Rudolf Steiner (1861-1925), rassistischer Theoretiker und Autor von zwei Schriften, die möglicherweise auf den Index kommen. Öfters hatte die Marke Probleme mit Gerichten und dem Verfassungsschutz, doch nach einem Logowechsel läuft alles wieder glatt. Während das alte Logo eindeutig die SS-Sigrunen und weitere Symbolik enthielt, ist das neue weit unauffälliger, ist jedoch eine Ableitung des Hakenkreuzes. Dieses vereinfachte Hakenkreuz, die Gebo-Rune, wurde von Guido von List (1848-1919) als Ersatz vorgeschlagen, da das Hakenkreuz nach seiner Auslegung für eine Verwendung als Buchstabe auf einer Flagge zu heilig wäre. Arrangiert auf der verklärten norwegischen Flagge bildet das neue Logo eine starke Ähnlichkeit zur Reichskriegsflagge. Norwegen geht rechtlich gegen die Bezugnahme zu Norwegen durch „Thor Steinar“ gegen die Marke vor.
Die Aufdrucke der Kleidung reichen von verschleierten gewaltverherrlichenden Drohungen über „Nordisches“ bis zu Palmen und Wüstenexpedition. Die Zusammenhänge werden in der Broschüre dargelegt und gerade im Bereich Kolonialismus mit wichtigen Hintergrundinformationen kombiniert. Die Anspielungen auf Wehrmachtsutensilien, Kriegsschauplätze und deutsche Kolonialzeit sind auf ersten Blick zwar verdächtig, aber nur für Szeneaffine verständig. Die Kleidung übernimmt somit eine wichtige Funktion der Szeneidentität, lockt aber auch durch ihre vermeintliche Harmlosigkeit unwissende „Nordik-Fans“. Die einzeln stehenden Schlagwörter wie „Division“, „Expedition“ und sportliches Getue sind Bezug auf militärisches Repertoir. Interessant ist auch die neu dazugekommene Frauenmode.
Der Exkurs „Deutsche Kolonialzeit“, Kollektionsanalyse Teil 3 und Exkurs „Herero und Nama“ sind ein Muss für alle, die im Geschichtsunterricht nichts konkretes über die Kolonien erfahren haben. Zum Glück stehen die Broschüren auf der Website zum Download:

http://investigatethorsteinar.blogsport.de/download/

Infoblog: http://stopthorsteinar.blogsport.de/

Wer die Kritik und den Umgang mit neonazistischen Marken etwas lustiger mag, sei hier auf Storch Heinar verwiesen:

http://www.storchheinar.de/
Storch Heinar bei endstation-rechts.de
http://www.youtube.com/watch?v=q_ltLLJabrk

By the way – Apfelfront Schulhofcd Werbefilm: http://www.youtube.com/watch?v=_z3VPIjUdkY