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Beispiel für eine "grüne" Suchmaschine

von Pia Schellhammer

Wer im Internet unterwegs ist, kann in Sekundenschnelle über tausende von Kilometern hinweg kommunizieren und weltweit Informationen finden. Was vielen Menschen nicht bewusst ist: Auch der virtuelle Datenaustausch kostet eine Menge Energie. Allein eine Anfrage bei der Suchmaschine Google verursacht 2 Gramm CO2 Ausstoß. Das entspricht dem Stromverbrauch einer Energiesparlampe, die eine Stunde lang brennt, wie eine Untersuchung des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin zeigt. Zudem verbraucht der helle Seitenhintergrund von Google im Durchschnitt mehr Strom als ein vergleichbarer dunkler. So gibt es seit einiger Zeit auch Google in dunkel – hier findet ihr Blackle. Für ein reines Gewissen sollen so genannte Öko-Suchmaschinen wie Ecosia, Greenseng oder Forestle sorgen. Diese Suchmaschinen spenden einen Teil ihrer Werbeeinnahmen an Umweltprojekte. Allerdings muss hier bedacht werden, dass die Suchmaschinen auf die Systeme von Bing, Yahoo! oder Google zurückgreifen und daher teilweise auf Kohle- und Atomstrom-Basis laufen. Wichtiger ist daher sich zweimal zu überlegen, ob jede noch so kleine Suchanfrage wirklich notwendig ist.

 

Aber auch das Verkaufen von Waren im Internet verbraucht eine Menge Energie: Eine Auktion bei Ebay schlägt sogar mit 18 Gramm CO2 zu Buche. Und da kann sich jedeR selbst mal fragen, wie häufig er/sie täglich über Google oder andere Anbieter Suchanfragen startet oder sich dem Shoppen und Verkaufen widmet. Da kommt einiges zusammen!

Dabei ist es nicht allein der Computer am Arbeitsplatz oder daheim, der beim Internetsurfen die Energie frisst. Im Wesentlichen treiben die Infrastruktur der Datenautobahnen sowie die Serverleistung den Stromverbrauch in die Höhe. Und vielbesuchte Internet-Seiten wie Google oder Wikipedia haben gewiss keine kleinen Serverräume, um die unzähligen Anfragen aus aller Welt zu beantworten. Suchmaschinen betreiben sehr viele Server, die ständig Strom verbrauchen. Eine große Suchmaschine kann durchaus über 300 000 Server haben. Durch bessere Kühlung und andere Effizienzsteigerungsmaßnahmen könnte der Stromverbrauch enorm minimiert werden. Außerdem könnten die Firmen Ökostrom verwenden. Weltweit sind allein 14 Kraftwerke nötig, um Server und die dazugehörigen Klimaanlagen dieser Welt mit Energie zu versorgen.

Ökologie im Alltag

Wichtig ist es, sich bewusst zu machen, dass jeder Klick, jede versendete Datei und jede Suchanfrage Energie verbraucht. Denn: Allein durch Strom sparen in allen Bereichen könnten wir neun Atomkraftwerke in Deutschland direkt abschalten. Und dazu kann jedeR einen direkten Beitrag leisten.

Tipps zum Stromsparen am Rechner

  • Beim Kauf neuer Hardware auf den Stromverbrauch achten
  • bei manchen Bildschirmen lohnt es sich einen dunklen Hintergrund zu wählen
  • Suchanfragen vermindern, stattdessen für viel besuchte Seiten Lesezeichen/Bookmarks setzen
  • Unbenutzte Geräte vom Rechner abstöpseln
  • Schaltbare Steckdose nutzen gegen Stand-By-Lichter
  • Rechner in Arbeitspausen runterfahren
  • große Dateianhänge an E-Mails vermeiden

Quellen

Grüner Googlen: Öko-Suchmaschinen

Atomfreies Internet

chip.de: 10 Tipps zum Stromsparen

Der Artikel auf Pias Seite: www.pia-schellhammer.de/