Anlässlich der von der CDU angestoßenen Debatte über das Sitzenbleibens erklärt der Landesvorstand der Grünen Jugend Rheinland-Pfalz:

Die Grüne Jugend Rheinland-Pfalz lehnt das Sitzenbleiben grundsätzlich ab. Durch Sitzenbleiben wird eine Machtposition der Lehrer*innen gestärkt, die Angst und Anpassungsdruck hervorruft. „Es ist schon komisch, dass Union und FDP dieses Drohinstrument für unverzichtbar halten, wenn doch die Wissenschaft längst erwiesen hat, dass Angst und Stress beim Lernen eindeutig hinderlich sind“, erklärt Lena Engel, Sprecherin der Grünen Jugend Rheinland-Pfalz. „Doch statt sich mit den Entwicklungen der Forschung in den letzten Jahrzehnten auseinander zu setzen, schürt die Opposition Ängste in der Bevölkerung. Das mag für die Umfragewerte von CDU und FDP hilfreich sein, Schüler*innen und Lehrer*innen haben da sicher nichts von.“

„Richtig albern wird die ganze Aufregung, wenn wir auf den Anlass schauen“ bemerkt Jan Paul Stich, Sprecher der Grünen Jugend Rheinland-Pfalz. Die Landesregierung plant, an einigen Modellschulen das Sitzenbleiben testweise auszusetzen. „Obwohl die Erkenntnisse der Bildungsforschung eine eindeutige Sprache sprechen, ist die Landesregierung hier sehr vorsichtig und prüft erst Mal im Kleinen, wie Schule ohne Sitzenbleiben in der Praxis funktioniert. Dass Schwarze und Gelbe hier direkt in kollektive Schnappatmung verfallen, verrät, wie eng sie ihre Scheuklappen gezurrt haben und Kaisers altem Schulsystem nicht den kleinsten Zug frischen Wind gönnen wollen.“

Obwohl beim Thema immer auf die sozialdemokratisch geprägten Pisa-Vorreiter Finnland, Schweden und Norwegen verwiesen wird, ist der Verzicht auf das Sitzenbleiben keine spezifisch linke Forderung. Auch in den konservativ geprägten Staaten USA und Groß-Britannien ist das Sitzenbleiben nicht üblich. Berichten zufolge soll in all diesen Staaten die von Julia Klöckner befürchtete, kollektive Verantwortungslosigkeit, noch nicht ausgebrochen sein.