Foto: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft IESM/pixelio.de

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Anfang März diskutierte die GRÜNE JUGEND Trier über das Thema Netzpolitik. Dabei gab Elena Valette, Gleichstellungsbeauftragte der GRÜNEN JUGEND Trier, einen informellen Einstieg in das Thema. Problematisch für Nutzer bei dem Thema sei die Balance zwischen Freiheit im Internet und der Datensicherheit. Elena nannte als Hauptpunkte die Regelung von Datenschutzrichtlinien, die Datenerhebung und die Datenweitergabe.

Für Firmen, die von den Daten ihrer Nutzer*innen profitieren, gilt in Europa nie die Datenschutzrichtlinie des Landes, in dem die Daten eines Nutzers/einer Nutzerin erhoben werden, sondern die Datenschutzrichtlinie des Landes, in dem der Firmensitz liegt. Gerade Internetdienstleister wie Facebook, Microsoft, Twitter oder LinkedIn haben beispielsweise ihre europäischen Hauptquartiere in Irland und leiten ihre Daten an die US-amerikanischen Mutterkonzerne weiter.

Datenerhebung kann generell durchaus positiv sein, dient sie immerhin dazu, bessere Vermarktungskonzepte zu etablieren, Kundenansprüche effizienter zu erfüllen oder als Fundament für politische Forderungen. Dabei ist die Manipulation von Daten jedoch nicht ausgeschlossen, wie das Beispiel Gerrymandering oder auch Wahlkreisschiebung zeigt. Bei diesem Phänomen geht es um die absichtliche, dem Wählerstimmengewinn dienende Verschiebung der Grenzen von Wahlkreisen

Das Problem der Datenerhebung im Netz ist die fehlende Anonymisierung, sodass Firmen personalisierte Daten erstellen, die Namen (bzw. IP-Adresse), Geschlecht, sowie Vorlieben beim Einkauf, etc. erhalten. Anhand dieser personalisierten Daten schalten Internetriesen wie Facebook dann personalisierte Werbung. Nutzende haben wenig Rechte bei der Erhebung der persönlichen Daten, denn entweder erklären sie sich mit den Nutzungsrichtlinien und der Verwendung der persönlichen Daten einverstanden oder das Nutzungsrecht wird verweigert.

Bei der Datenweitergabe geht es um die Nutzenden selbst, die öffentlich Informationen im Internet über ihre Person zur Verfügung stellen. Dabei kann diese Informationsweitergabe, z.B. über Social Media, wie Facebook oder Twitter, ähnlich wie das Treppenhaus eines Hochhauses gesehen werden, in dem  alle Hausbewohner*innen mitbekommen, was eine Person durch das Treppenhaus ruft.

Es geht also vor allem um Aufklärung und darum, ein Bewusstsein für Datensensibilität zu schaffen. Außerdem ist dringend eine Verbesserung des Datenschutzes parallel zur technischen Entwicklung notwendig.

Grüne Jugend Trier