In Rheinland-Pfalz gibt es an acht christlichen Feiertagen, sogenannten „stillen Tagen“, ein gesetzlich auferlegtes Tanz- und Demonstrationsverbot. Am Karfreitag und Karsamstag gilt dieses sogar ganztägig. Die GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz fordert die Abschaffung des Tanzverbots an christlichen Feiertagen und ruft zur Unterstützung von Silent-Disco-Protesten am Karsamstag in mehreren Städten, wie Mainz oder Trier, auf.

Felizitas Boie, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz erklärt dazu: „Ein Viertel der rheinland-pfälzischen Bevölkerung gehört keiner christlichen Religion an. Ziel unserer bunten, pluralistischen Gesellschaft sollte es sein, Menschen die Entscheidungsfreiheit zu gewähren, ihre Religion auszuüben und sich kirchlich zu engagieren, oder aber sich dem zu entziehen. Darunter sollte dann aber auch die Möglichkeit fallen, an kirchlichen Feiertagen zu tanzen und sich zu amüsieren.“
Neben dem Tanzverbot gibt es weitere Regelungen der Kirchen, die nicht in eine aufgeklärte, moderne Gesellschaft passen. Darunter fällt beispielsweise das kirchliche Arbeitsrecht, welches es kirchlich getragenen Institutionen ermöglicht ihre Mitarbeiter bei erneuter Heirat oder Homosexualität zu entlassen, keine Tarifverträge anerkennt und oftmals das Streikrecht ablehnt.
Janosh Schnee, Sprecher der GRÜNEN JUGEND weiter: „Solche Regelungen und Ansichten passen kaum in die heutige Weltanschauung und müssen dringend reformiert werden. Es kann nicht sein, dass die Kirchen eine so starke finanzielle Unterstützung durch den Staat erfahren, aber dann Teile der Bevölkerung diskriminieren.“