Anlässlich der heutigen Pressekonferenz der Umweltminister aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Luxemburg bezüglich des Atomkraftwerkes Cattenom erklären die Grüne Jugend Luxemburg, Grüne Jugend Saar und Grüne Jugend Rheinland-Pfalz:

DÉI JONK GRÉNG LUXEMBURG, GRÜNE JUGEND RHEINLAND-PFALZ und GRÜNE JUGEND SAAR:

Massive Proteste gegen Lockerung der Grenzwerte AKW Cattenom

„Gesundheit vor Gewinnmaximierung!“ – „Juncker, Beck und Müller müssen das Thema zur Chefsache machen“

Forderungen: Einheitliche Grenzwerte, Förderung regenerativer Energien in der Großregion und Atomausstieg der EU

Mainz am 22.09.2003

Gemeinsam kritisieren Déi Jonk Gréng Luxemburg (Grüne Jugend Luxemburg), die GRÜNE JUGEND RHEINLAND-PFALZ und die GRÜNE JUGEND SAAR die geplante Lockerung der Grenzwerte für radioaktive und andere giftige Einleitungen des Atomkraftwerks Cattenom in die Mosel. Dem französischen Atomstromkonzern Electricité de France (EdF) gehe es nach Meinung der drei Jugendorganisationen lediglich um Gewinnmaximierung – die gesundheitlichen und ökologischen Folgen seines Handelns seien dem Atomstromkonzern egal. Déi Jonk Gréng Luxemburg, die Grüne Jugend Rheinland-pfalz und die Grüne Jugend Saar fordern die Ministerpräsidenten ihrer Länder zu einer entschiedenen Intervention bei den französischen Behörden und der EdF auf. Die drei grünen Jugendorganisationen rufen Bürgerinnen und Bürger sowie Umweltverbände zu massiven Protesten auf allen Ebenen und zur Nutzung ihrer Einspruchmöglichkeiten auf – egal ob in Frankreich, Luxemburg oder Deutschland.

Außerdem hätten sich die drei Jugendorganisationen deutlichere Worte und ein klares gemeinsames Handlungskonzept vom gestrigen Treffen der Umweltminister ihrer drei Länder erwartet. „Es ist nun an der Zeit auf die Kampfansage der EdF gegen das Ökosystem Mosel, an dessen Ende als Konsument der Mensch steht, sehr massiv und mit einer konzertierten Aktion zu antworten. Von unseren Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker, Kurt Beck und Peter Müller erwarten wir, dass sie das Thema Cattenom zur Chefsache machen und die geplante höhere Einleitung von radioaktivem Tritium in die Mosel verhindern“, erklären Christian Bomb (Déi Jonk Gréng Luxemburg), Felix Schmitt (Grüne Jugend Rheinland-pfalz) und Mario Scheer (Grüne Jugend Saar).

Schon jetzt gehen von den vier Blöcken des Atomkraftwerks Cattenom die höchsten Schadstoffausstöße aller französischer Atomkraftwerke aus, welche nach einer Studie des Ökoinstituts Darmstadt im Vergleich zu deutschen Atomkraftwerken zu einer 16-fach höheren Belastung der Umwelt und des Menschen führt. Die derzeitigen Strahlenbelastungen und Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung sind unnötig und beruhen auf Atomkraftwerken, die nicht dem Stand der Technik entsprechen. Reine Augenwischerei ist die geplante Senkung von diversen Grenzwerten bei gleichzeitiger Erhöhung der Ableitung des radioaktiven Tritiums.

Als Vertreter der jungen Menschen sehen wir SaarLorLux als eine europäische Region, in welcher gerade wir Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine sichere, gesunde und unverstrahlte Zukunft haben möchten. Wir erwarten daher mehr von unseren Regierungen als ein Eintreten für niedrigere Grenzwerte. Wir fordern ein Konzept zur Förderung regenerativer Energien in der Großregion und langfristig den Ausstieg aus der Atomenergie in der ganzen Europäischen Union – somit also auch die Abschaltung des Atomkraftwerks Cattenom. Kurzfristig erwarten wir strenge EU-weit gültige Richtlinien für Ausstöße von Atomkraftwerken sowie die Beendigung der Bevorzugung der Atomkraft innerhalb der Europäischen Union, d.h. das Ende des Euratom-Vertrages.

Christian Bomb, Sprecher Déi Jonk Gréng Luxemburg

Felix Schmitt, Landesvorstand Grüne Jugend Rheinland-Pfalz

Mario Scheer, Landesvorstand Grüne Jugend Saar