von Sophia S. und Jan Stich

 

„Um den längst angelaufen Klimawandel noch bremsen zu können, sind zwei Dinge wichtig“, erklärt Jan Stich, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz. „Der noch vorhandene Waldbestand muss bewahrt werden und gleichzeitig müssen wir den globalen CO2-Ausstoß drastisch reduzieren.“ Von daher ist es doppelt begrüßenswert, dass sich Ecuador bereits 2007 bereit erklärt hat, auf das geplante Erdöl-Förderungsprogramm im Yasuní -Nationalpark zu verzichten. Rund ein Fünftel der Erdölvorkommen des Landes im Wert von 7,2 Mrd. US-$ liegen darunter. Im Austausch fordert die ecuadorianische Regierung, dass rund die Hälfte der entgangenen Gewinne als Ausgleichsbetrag von der internationalen Staatengemeinschaft gezahlt wird. Das Geld sollte ausschließlich in soziale und ökologische Projekte investiert werden.

„Das ist nur fair“, empfindet Sophia S., Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz, „schließlich profitiert die ganze Welt vom Erhalt der Wälder und der ecuadorianischen Wirtschaft entgehen gigantische Gewinne.“ Der Nationalpark Yasuní in Ecuador liegt im Amazonas-Regenwald und ist einer der artenreichsten Orte weltweit. Er ist von globaler Bedeutung für den Schutz der Biodiversität und als Senke von CO2. Zahlreiche indigene Gruppen leben hier. Während die größten Teile der regierenden Koalition sowie der Opposition klare Akzente für eine Beteiligung von 50 Mio. € von Seiten des Bundes setzen, spricht sich die FDP klar gegen die Zahlungen aus. Der Entwicklungsminister Dirk Niebel werde „die Einzahlung in den Fonds nicht in Betracht ziehen“. Am kommenden Donnerstag, den 10. November 2011 wird es in der Schlussphase um dieses Thema in den Hallen des Reichstages noch einmal heiß hergehen. Im Zuge der Verabschiedung des Haushalts wird entschieden, ob einer der artenreichsten Nationalparks weiterhin zum Schutz des Klimas beitragen oder kapitalistischen Zwängen zum Opfer fallen wird.

Daher drängt die GRÜNE JUGEND entscheidend dazu, dass die Bevölkerung über die Diskussion innerhalb des Bundestages sowie die Initiative der ecuadorianischen Regierung aufgeklärt werden muss. Denn bisher sind kaum Informationen zu diesem Thema in den Medien veröffentlicht worden. Gleichzeitig unterstützt die GRÜNE JUGEND tatkräftig die AktivistInnen innerhalb und außerhalb des Bundestages. Die Forderung der Erhaltung des Nationalparks wird durch Demonstrationen, Streiks und Kundgebungen zum Ausdruck gebracht. Es sind alle Menschen dazu eingeladen, am Donnerstag, 10. November den gesamten Tag um den Reichstag an den zahlreichen Demonstrationen und Kundgebungen teilzunehmen, um die Stimme zur Erhaltung der unvergleichbaren Biodiversität zu erheben.