Interviewreihe mit den neuen Landesvorstands- und Bildungsbeiratsmitgliedern, heute:

Haureh Hussein, 24 Jahre alt, wohnhaft in Trier
Mitglied des Bildungsbeirats

Schulische Laufbahn:

2002 – 2008: Clemens-Brentano-Realschule in Koblenz
2008 – 2012: Gymnasium auf dem Asterstein in Koblenz
Seit 2012: Geschichte/Politikwissenschaft, Universität Trier

Weshalb bist du politisch aktiv?

Durch mein Engagement in der Koblenzer Tafel bin ich vor einigen Jahren zur Grünen Jugend in Koblenz gestoßen. Die Vorstellung von hungernden Menschen in Europa und der Welt, die Vorstellung von der wachsenden und in vielerlei Formen präsenten wirtschaftlichen und sozialen Ungerechtigkeit im Land, in Europa und der Welt sowie die unsägliche Ignoranz der Weltgemeinschaft gegenüber den Folgen des fortschreitenden Klimawandels haben meine politische Trägheit abgeschüttelt und mich zum Handeln und zum Verändern bewogen. Nur wenn sich Menschen täglich entscheiden, sich zu beteiligen, kann im Kleinen etwas bewegt werden.

Warum hast du dich gerade für die GRÜNE JUGEND entschieden?

Zur Grünen Jugend haben mich u.a. viele gesellschaftliche Missstände geführt.
Es ist nämlich ungerecht, wenn nicht allen Menschen in unserer Gesellschaft gleiche Chancen auf eine schulische wie berufliche Bildung ermöglicht wird. Es ist nämlich ungerecht, dass Menschen in solch einem reichen Kontinent wie Europa auch heute noch täglich nicht von ihrer Arbeit leben können und sogar hungern müssen! Es ist nämlich ungerecht, dass wir in den westlichen Industriestaaten immer noch blind und ignorant die weltweite Klimaerwärmung rücksichtslos durch unseren ressourcenverschwenderischen und umweltverschmutzenden Lebensstil befördern, obwohl die natürlichen und wissenschaftlichen Signale bereits heute verzweifelt versuchen, die Menschheit vor einer weiteren eskalierenden Entwicklung eindringlich zu warnen!
Es ist nämlich ungerecht, dass wir mit unserem exzessiven (und zu einem viel zu hohen (obendrein gesundheitsschädlichen) Anteil aus tierischen Produkten bestehenden) Nahrungsverhalten ungeheuer viele kleine „Zahnräder“ auf der ganzen Welt bewegen und dadurch viele Menschen in die Armut reißen. Und es ist nämlich genauso  ungerecht, wenn Frauen in unserer Gesellschaft auch heute noch (un-)bewusst in welcher Form auch immer, diskriminiert werden.
In der Grünen Jugend sehe ich die besten Chancen gegeben, diesen Status Quo zu verändern. Darum bin ich in der Grünen Jugend.

Seit wann bist du politisch aktiv?

„Politisiert“ wurde ich mit der Weltwirtschaftskrise 2008. Politisch aktiv wurde ich aber erst gegen Ende der Oberstufenzeit. Denn ich stellte fest, dass die ganze Welt durch unglaubliche und komplizierte Mechanismen und Zahnräder verworren und verbunden ist. Ich stellte fest, dass wir Menschen in den westlichen Industrienationen es sind, die tagtäglich durch unseren Konsum und unser Verhalten an diesen Zahnrädern drehen und dessen Folgen und Auswirkungen WIR(!) gegenüber dem Rest der Welt zu VERANTWORTEN(!) haben.
Diese Zusammenhänge haben mir klar gemacht: Um die Welt zu verändern, müssen wir daher alle vor unserer eigenen Haustür anfangen. Denn jeder neue Tag gibt uns eine neue Chance, neue Entscheidungen zu treffen.
Es ist tatsächlich einfacher als wir alle denken.