0,25 Kilowattstunden (kWh) „Graue Energie“ werden bei der Produktion von einer Tafel Schokolade gebraucht. Mit dieser Energiemenge könnte man 20 mal Nudeln kochen. Aber was ist denn „Graue Energie“?

„Graue Energie“

Graue Energie, ist Energie, bei der man nicht merkt, dass man sie verbraucht. Es ist die Energiemenge, die benötigt wird, um ein bestimmtes Produkt herzustellen, es zu verpacken, zu transportieren, zu lagern und zu entsorgen. Wobei auch die Energie zur Rohstoffgewinnung berücksichtigt wird und zu allen Produktionsprozessenn addiert wird. Üblicherweise wird auch der Anteil des Energiebedarfs zur Instandhaltung mit in die „Graue Energie“ einberechnet (z.B. beim Maschinenbau). Das Produkt kann auch eine Dienstleistung sein.

Alles in allem ist die Graue Energie der indirekte Energiebedarf durch den Kauf eines Konsumgutes, im Gegensatz zum direkten Energiebedarf bei dessen benutzung.

Größenordnung

Bei der Berechnung der Grauen Energie muss man mit gerundeten beziehungsweise geschätzten oder angenommenen Werten rechenen, da die Produktionskette komplex ist und der Begriff der Grauen Energie nicht exakt definierbar ist. Man ist sich in mehreren Punkten nicht sicher ob sie zur Grauen Energie gehören oder nicht. Somit sind die Abgrenzungsbereiche ziemlich offen (Bsp: Energiebedarf der Kantine mit einberechnen?).

Jeder Euro den ein Verbraucher ausgibt verursacht nach Schätzungen in den gesamtwirtschaftlichen Mitteln zirka eine Kilowattstunde (kWh) an Grauer Energie. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug die durchschnittliche Energieintensität in der Bundesrepublik 2003 bei allen Waren ohne Energiegüter 4,5 MJ\Euro (MJ=Mega-Joule). Am meisten Belastet waren die Luftfahrt mit 25,7 MJ\Euro, der sonstige Verkehr (LKW, Schiff etc.) mit 16,3 MJ\Euro und die chemischen Erzeugnisse mit 11,8 MJ\Euro. Je nach Gütergruppe kann die Engerieintensität enorm schwanzen beziehungsweise sich enorm voneinander unterscheiden.

Einzelbeispiele

  • 0,7 kWH Graue Energie benötigt eine 0,5 Liter Wasserflasche für die Herstellung, den Transport etc.. Das entspricht 1000 mal mehr Energie als die gleiche Menge an Leitungswasser.
  • 1000 kWh Graue Energie werden bei der Produktion etc. einer Laptop-Hardware benötigt. Mit der gleichen Energie könnte man 40 Tage staubsaugen.
  • 40000 kWh Graue Energie verursacht eine Jeans bei ihrer Herstellung. Stattdessen könnte man mit dieser Energiemenge 400000 Stunden vorm Fernseher sitzen.
  • 220 kWh Graue Energie werden benötigt um ein Smartphone zu produzieren, zu lagern, zu transportieren und zu entsorgen. Mit dieser Energieintensität könnten wir unser Smartphone 50 Jahre lang aufladen.
  • 30000 kWh Graue Energie fallen bei einem Mittelklassewagen an. Wenn man das in Benzin umwandelt, könnte man damit 36000 Kilometer weit fahren (fast drei Mal um den Äquator!)

Was tun?

Da Graue Energie den Energieeinstatz umschließt ist es ein erster Schritt, keine Einweg- oder Wegwerfprodukte zu kaufen. Des Weiteren ist der Energieeinsatz sowie der Schadstoffausstoß bei Konserven sehr hoch, deshalb empfiehlt es sich frische Produkte zu kaufen und keine Konserven. Generell gilt frisch und regional. Wenn man Produkte wiederverwendet muss man sie nicht neu kaufen und erzeut somit auch keine weitere Graue Energie.

VERMEIDEN – VERWERTEN – WIEDERVERWENDEN

Quellen: dw.com – „Graue Energie im Alltag“