Agrarminister Schmidt setzte sich über das Umweltministerium hinweg und ignorierte die Meinung von über 80% der deutschen Bevölkerung. Am 27.November 2017 haben 18 der 28 EU-Länder für eine weitere Zulassung des Pestizids Glyphosat gestimmt. Mit dabei war Deutschland.

Was ist Glyphosat eigentlich?

Glyphosat ist ein „Totalherbizid“ aus der Gruppe der Phosphate. Es ist eine chemische Verbindung und ist eine biologische Hauptkomponente von Pestiziden. Bekannt wurde Glyphosat unter dem Namen „Roundup“ vertrieben durch Monsanto, welches alle Pflanzen tötet, die nicht gentechnisch so verändert wurden, dass sie das Pestizid überstehen. Das chemische Mittel ist nachweislich schlecht für den Menschen, denn es kann laut Krebsforschungsagentur dem Menschen schaden und Krebserregend sein, und trägt zum Artensterben in der Agrarlandschaft bei. Glyphosat trägt die Warnschilder Umweltschädlich und Ätzend.

Wie wird Glyphosat hergestellt?

Wenn Phosphortrichlorid mit Formaldehyd und Wasser reagiert entsteht durch eine anschließende Reaktion mit einem Zwischenprodukt namens Chlormethylphosphonsäure mit Glycin das Pestizid Glyphosat. Es wurde 2015 von mindestens 91 Chemiekonzernen in 20 Ländern hergestellt.

Wie viel Glyphosat wurde in den letzten Jahren genutzt?

2008 – 600.000 Tonnen
2011 – 650.000 Tonnen
2012 – 720.000 Tonnen

Mehr als 40% des Glyphosats wird in China hergestellt. 2016 wurden über 70.000 Tonnen von chinesischen Unternehmen exportiert.

Glyphosat weiter Zugelassen

Am 15.Dezember 2017 wäre die Zulassung für Glyphosat, welches auch in der deutschen Landwirtschaft benutzt wird, abgelaufen. Die Abstimmung vor zwei Wochen des Fachausschusses wurde ohne eindeutiges Votum beendet. Auch vorher waren Entscheidungsfindungen gescheitert und Abstimmungen ohne Beschluss beendet worden. Die EU-Kommission arbeitete daraufhin einen weiteren Vorschlag für die weitere Zulassung des Mittels für Schädlingsbekämpfung aus, welcher von den abstimmenden Ländern angenommen wurden (18 Länder von 28 Stimmten für eine weitere Zulassung). Glyphosat ist also in der Europäischen Union für weiter fünf Jahre zulässig.

Deutschland stimmt für Glyphosat

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat mit dem Landwirtschaftsminister über Glyphosat diskutiert. Sie betonte bei dem Gespräch, dass sie weiterhin gegen eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat ist. Agrarminister Schmidt widersetzte sich dieser Aussage und stimmte für eine weitere Zulassung. Hendricks wirft Ihm Vertrauensbruch vor, denn er habe ihr noch versichert, gegen eine Zulassung zu stimmen. Glyphosat schädigt nicht nur uns Menschen sondern tötet Tiere und hat somit Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Wir brauchen keine Alleingänger, die einfach eigene Beschlüsse treffen ohne Abstimmung mit anderen Menschen, aus den Fachgebieten, zu treffen. Glyphosat muss weltweit verboten werden, und eine Ablehung der EU wäre ein erster Schritt dazu. Die Europäische Union besitzt hier auch eine Vorbildfunktion.