Pressemitteilung 4/2009 der GRÜNEN JUGEND RLP

GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz gegen ein Verbot von Ballerspielen

Vor dem Hintergrund des schrecklichen Amoklaufs in Winnenden kommt wieder einmal die Debatte über ein mögliches Verbot sogenannter „Ballerspiele“ auf. Vertreter von CDU und SPD fordern, dass Spiele wie „Counterstrike“ nicht mehr länger auf dem deutschen Spielemarkt erhältlich sind. Dies schließen sie aus der Tatsache, dass auch frühere Amokläufe von Menschen ausgeübt wurden, die ebenfalls KonsumentInnen solcher Spiele waren.

Die GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz ist gegen eine solche Verallgemeinerung und die Kriminalisierung einer Neigungsgruppe. Viele Millionen Jugendliche in Deutschland sind AnhängerInnen von Spielen, die Gewalt enthalten.

„Eine derart große gesellschaftliche Gruppe unter Generalverdacht zu stellen widerspricht im höchsten Maße unseren freiheitlichen Vorstellungen“, argumentiert Joel Kaufmann, Vorstandssprecher der GRÜNEN
JUGEND Rheinland-Pfalz. Weiterhin äußert er: „Die Verbotsforderung hat strukturelle Ähnlichkeiten mit den umfassenden Datenerhebungen, die im BKA-Gesetz vorgesehen sind. Ihnen liegt die Auffassung zu Grunde, dass eine Bedrohung, die von einer sehr kleinen Gruppe ausgeht, die Kriminalisierung einer im Vergleich riesigen Gruppe legitimiert.“

Für den Amoklauf in Winnenden waren andere Voraussetzungen entscheidend. Frühwarnsysteme, die den depressiven Jungen als potentielle Gefährdung für sich und andere hätten erkennen lassen können, haben versagt. Die unrechtmäßig gelagerten Waffen des Vaters haben dem Jungen erst die Möglichkeit gegeben sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. „Dass vor dem Hintergrund dieser Tatsachen viele PolitikerInnen eher über die Notwendigkeit eines Spieleverbots als über den Ausbau pädagogischer Strukturen – oder eine Veränderung der Waffengesetze nachdenken, spricht für eine Verkennung der realen Umstände“, kritisiert Joel Kaufmann.

Deshalb fordert die GRÜNE JUGEND, dass mehr SozialarbeiterInnen an rheinland-pfälzischen Schulen beschäftigt werden. Auf diese Weise können aggressive Tendenzen bei Jugendlichen früher erkannt werden und ihnen psychologisch und pädagogisch entgegen gewirkt werden.