Donnerstag, 24. November ging es bei den ersten RLP-IgelInnen los. Warm eingepackt, ausgerüstet mit einem Berg an Schokolade, Keksen und weiteren Energiespendern sollte es losgehen. Mit im Gepäck befanden sich neben einer gehörigen Portion an Mut, einem klaren Ziel und einem starken Willen, Missmut, Wut und Enttäuschung. Antreibende Emotionen, die die IgelInnen bei den Demos sowie bei den Sitzblockaden auf den Gleisen und der Straßentransportstrecke voran bringen würden.

Der Grundgedanke aller DemonstrantInnen war der Selbe: Sich gegen Atomkraft und die Castor Transporte aufzubäumen. Doch waren auch noch weitere Ziele in den Köpfen der zahlreichen BlockiererInnen fest verankert. Demnach war es genauso wichtig, gegen die momentan regierende Bundesregierung vorzugehen, wie sich für die allgemeinen Menschenrechte einsetzen. Sich zeigen, um zu beweisen, dass sich die Bevölkerung nicht damit zufrieden gibt, auf sich herum trampeln zu lassen, wie es momentan geschieht. Die Polizei war dabei nur am falschen Platz und nicht der eigentliche Gegner. Auch wenn der Polizeieinsatz vor allem am Montag z.B. bei der gewaltfreien Sitzblockade von X-tausendmal quer die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gewahrt hat – und es seitens der Polizei zu Einschränkungen der Pressefreiheit gekommen ist.

Geballte Wut auf den gesamten Staat, mit all seiner Korruption, Zensur, bevölkerungsfernen Politik und unverständlichen Machtspielchen seitens der Regierung sollten folglich einige antreiben sich laut und gewaltsam zu zeigen. Änderungen innerhalb des gesamten Staates müssen folgen. Sonst werden Eskalationen und Ausschreitungen unabhängig von weiteren Demonstrationen und Streiks zukünftig stattfinden. Neben den gewaltsamen Ausschreitungen seitens einiger weniger z.B. in Metzingen war aber die gesamte Schienen- und Straßenblockade wie eine große, friedliche und gemeinschaftliche Feier. Gemeinsam auf den Gleisen singen, tanzen und Musik machen, gehörte genauso zu der Großblockade.

Gestärkt von zahlreichen Volxküchen und ermuntert von den vielen wundervollen Menschen konnte also die gewaltfreie Blockade losgehen. Die Polizei würde schon zurückweichen. Aus Wut im Bauch wurde Mut im Bauch und animierte schließlich 2800 Menschen, auf den Gleisen zu übernachten, um für ihre Rechte einzustehen.

Es war eine einmalige, unvergessliche Erfahrung. Vielen Dank an alle friedlichen DemonstrantInnen.