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Das Seminar fand vom 1.-3. Juli 2011 in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung RLP in Stromberg (Hunsrück) statt. Während dieses Wochenendseminars wollten wir uns mit der Situation der weltweiten Wasserverteilung sowie damit verbundenen Problemen und Lösungsansätzen beschäftigen.
Das Seminar begann am Freitag nach dem Abendessen mit dem erstem Input des Referenten Andreas Atzl vom „Karlsruhe Institute of Technology (KIT), Institute of Urban and Regional Planning and Regional Science“.


Er hielt zwei Präsentationen. Die erste diente zur Einführung unter dem Titel „The World of Water Management: An Introduction“, um den Teilnehmenden eine Grundkenntnis des Themenkomplexes Wassermanagement zu verschaffen, beispielsweise über die natürlichen Erneuerungsprozesse von Wasserspeichern. Nach einer kurzen Fragerunde folgte eine zweite Präsentation über die politische Komponente der Wasserproblematik, die explizit die Rolle von Wasser als Weg zu Konflikt und  Kooperation, lokalen, blutigen Auseinandersetzungen und wirtschaftlichen Partnerschaften, sogar als Waffe, behandelte. Es folgte eine rege Diskussion zum Konflikt zwischen monetären und sozialen Interessen im Wassermanagement (und deren etwaige Verbindung), die schließlich in einer Wertediskussion im Umgang mit Wasser in Ländern des globalen Südens aufging.
Am nächsten Morgen folgte der thematische Übergang zum „virtuellen Wasser“ durch eine Präsentation von Mathis Busse, die in ein Gespräch zur Sinnhaftigkeit von virtuellem Wasser als  Kriterium für Kaufentscheidungen mündete.
Später fanden sich die Teilnehmenden zum Vortrag der Referentin Nathalie Plum von der „Internationale[n] Kommission zum Schutz des Rheins“ zum Thema Gewässerschutz ein. Der Vortrag umfasste die Struktur der Kommission sowie deren Aufgaben und Projekte, so beispielsweise „Lachs 2020“, das sich zum Ziel setzt, den Lachs im Rhein wieder heimisch zu machen. Besonders interessant für die Teilnehmenden war auch das Thema Fließgewässer(-schutz) und Klimawandel.
Am frühen Abend begann Jan Stichs Vortrag zur Rolle der Ressource Wasser im Nahostkonflikt;  geschichtliche, geographische und vor allem politische Seiten des Konflikts wurden beleuchtet. Es wurde versucht, ein Lösungsszenario für die seit Jahren anhaltende Ausnahmesituation zu entwerfen.
Das Abendprogramm wurde durch das Planspiel „Wasser für Ganurbia“, geleitet von Mathis Busse, bestimmt. Die Teilnehmenden wurden in vier Gruppen – privater Wasserversorger, Stadtverwaltung, Weltbank und NGO – aufgeteilt und bekamen so direkt die komplexe Situation der Wasserversorgung von Städten des globalen Südens mit. Nach einer interaktiven Informationsphase für die einzelnen Gruppen kam es zur gemeinsamen Diskussion über mögliche Lösungsansätze der verschiedenen Interessensgruppen.
Am Sonntag Morgen begann der Vortrag einer Vertreterin des Vereins „Viva con Agua“ aus Mainz zum Thema Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung in Ländern des globalen Südens. Der Verein sammelt mit unkonventionellen und auf junge Menschen zugeschnittenen Aktionen Geld, um Wasser-Infrastrukturprojekte in der ganzen Welt zu gewährleisten.
Nach einer Abschlussdiskussion und Feedbackrunde endete das Seminar. Viele TeilnehmerInnen äußerten, viel Neues gelernt zu haben und nun eine viel differenziertere Sichtweise auf das Themengebiet Wasserverteilung zu haben. Sie waren sich zwar einig, dass die Probleme in den komplexen Themenzusammenhängen wohl nicht schnell gelöst werden könnten, nahmen sich aber vor, sich auch zukünftig verstärkt mit dem Themengebiet Wasserverteilung zu beschäftigen.

Viele TeilnehmerInnen äußerten in der Abschlussrunde, viel Neues gelernt zu haben und nun eine viel differenziertere Sichtweise auf das Themengebiet Wasserverteilung zu haben.

Sie waren sich zwar einig, dass die Probleme in den komplexen Themenzusammenhängen wohl nicht schnell gelöst werden könnten, nahmen sich aber vor, sich auch zukünftig verstärkt mit dem Themengebiet Wasserverteilung zu beschäftigen.