Seit Dienstag Morgen, 6:00 Uhr versuchen Hundertschaften der Bundes- und Landespolizei mit Spezialeinheiten die Besetzung des Hambacher Forst durch Klimaschützer*Innen zu räumen. Polizei räumt die Besetzung

Zeitgleich verbringt einer der Aktivist*Innen die Räumung unter Tage. Angekettet und fest gegraben in dem selbst gebauten Tunnelsystem verharrt der Klima- und Umweltschützer seit Beginn der Räumung und wird dort solange bleiben, bis er irgendwann von Feuerwehr und Polizei gefunden wird.

 

Während die Polizei zunehmend ahnungsloser wird, wie der Mensch aus dem Erdtunnelsystem geräumt werden kann, solidarisieren sich immer mehr Menschen mit der Waldbesetzungsbewegung, die seit Mitte April 2012 besteht.
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Ziel der Besetzer*Innen ist es, die Räumung und die daran anschließende Rodung des restlichen Waldes möglichst lang hinauszuzögern.

Der Hambacher Forst ist einer der ältesten und artenreichsten Wälder Deutschlands. Ehemals etwa 5 500 m² groß und Lebensreich zahlreicher Tiere und Pflanzen, fasst er nun noch knapp 1 000 m², welche bis zum Ende des Monats ebenfalls der Braunkohle Förderung zum Opfer fallen müssen. Bedrohte Tierarten wie die Bachsteinfledermaus werden dadurch vermutlich aussterben.

 

Mittlerweile ist das Hambacher Braunkohle Revier das größte Deutschlands und gleichzeitig die Region, in der europaweit am meisten CO2 emittiert wird. Dabei ist dieses Revier mittlerweile so groß wie Paris. Seit 1978 mussten bereits mehrere ehemals umliegende Orte umgesiedelt werden, um sie schließlich dem Erdboden gleich zu machen. So verlieren nicht nur Tiere und Pflanzen sondern ebenfalls Menschen ihren Wohn- und Lebensraum.

Das Gefährlichste der jährlichen 40- Millionen- Tonnen – Braunkohleförderung ist, dass der Feinstaub sich mit dem freiwerdendem Uran verbindet und sich irreversibel in Lungen und an der Haut festsetzt.

Es ist zudem neben diesen massiven Gesundheitsgefährdungen völlig absurd, dass RWE munter weiter baggern darf, während Politiker*Innen in den Parlamenten über eine „Energiewende“ oder über „100 % Energie aus erneuerbaren Energieträgern“ diskutieren.

 

In Folge dessen gilt es, sich besonders jetzt gegen den Braunkohleabbau zu widersetzen und zu zeigen, dass eine „Energiewende“ erst dann eintreten wird, wenn wir zu 100% unsere Energie aus erneuerbaren Energieressourcen beziehen und gleichzeitig aus Atom- und Kohlestrom ausgestiegen sind. Allerdings wird die Energiewende erst dann ihr Ziel erreicht haben, wenn Ressourcen schonend und nachhaltig konsumiert wird und der aktuell praktizierte Übermaß Konsum ein Ende findet.