Pressemitteilung 14/2010

GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz kritisiert Ausbildungsbedingungen in Rheinland-Pfalz

Anlässlich der Studie ‚Ausbildungsreport 2010‘ der DGB-Jugend Rheinland-Pfalz erklären A

Pia Schellhammer

Pia Schellhammer, Landtagskandidatin der GRÜNEN JUGEND RLP

nn Kristin Pfeifer, Landesvorstandssprecherin der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz und Pia Schellhammer, Landtagskandidatin der GRÜNEN JUGEND: „Ein Viertel der Auszubildenden unter 18 Jahren arbeiten mehr als 40 Stunden pro Woche. Besonders erschreckend sind die Zahlen im Hotellerie und Gaststätten-Gewerbe: Mehr als drei Viertel der Auszubildenden leisten Überstunden, über die Hälfte davon arbeiten regelmäßig sogar mehr als 45 Stunden pro Woche. Davon erhalten ein Drittel weder eine Vergütung noch einen Freizeitausgleich. Ebenfalls skandalös ist die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern: Bei einer Durchschnittsvergütung für Azubis von 554,18 Euro verdienen Frauen unterdurchschnittlich. In Berufen, wo mehr als 80 Prozent der Auszubildenden Männer sind, liegt der Durchschnittsverdienst bei 550,69€. In weiblich dominierten Berufsgruppen liegt der Durchschnittsverdienst bei hingegen bei 480,19 €.

In Anbetracht der derzeitigen Diskussion um Fachkräftemangel ist es nicht verständlich, weshalb  Jugendliche derartige Bedingungen auf dem Ausbildungsmarkt vorfinden. Möchte man jungen Menschen ermöglichen eine gute Ausbildung zu absolvieren, kann man sie nicht gleichzeitig durch zahlreiche Überstunden vom Lernen für die Berufsschule abhalten. Übermüdet lernt es sich bekanntlich schlecht. Diesem Widerspruch muss sich die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz stellen!“

Weiterhin führt Sebastian Hebler, Landesvorstandssprecher der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz, aus: „Auszubildende müssen auf dem Arbeitsmarkt respektiert werden. Auszubildende sollen in erster Linie einen Beruf erlernen und nicht als günstige Arbeitskräfte ausgebeutet werden. Jeder junge Mensch hat ein Recht auf eine Ausbildung und einen jugendgerechten Arbeitsplatz, wir wehren uns daher gegen eine Aufweichung des Jugendarbeitsschutzgesetzes und fordern eine Stärkung der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV). Außerdem muss es jungen Auszubildenden möglich sein, sich neben dem Beruf sozial zu engagieren oder Freizeitaktivitäten nachzugehen. Wir fordern zudem die erschreckende Lohnungleichheit zwischen so genannten Frauen- und Männerberufen endlich zu überwinden.“