Am vergangenen Samstag war World Overshoot Day. Nein, es handelt sich dabei nicht um ein neues Ballerspiel. Overshoot heißt Überschreitung. Am 21.08.2010 war die Grenze überschritten, an der alle natürlichen erneuerbaren Ressourcen für das Jahr 2010, wie Wasser, Holz und Frischluft, aufgebraucht waren. Der World Overshoot Day (auch Ecological Debt Day) wurde von einem britischen think-tank namens New Economics Foundation ins Leben gerufen, um deutlich zu machen, wie die ökologischen Ressourcen der Welt übernutzt werden. Seit Samstag leben wir, bildlich gesprochen, für den Rest des Jahres auf Pump. Die Menschheit nutzt zur Zeit die Kapazitäten von etwa 1,5 Erden.

Wie nachträglich berechnet wurde, war das erste Jahr, in dem mehr Ressourcen verbraucht wurden als die Natur binnen zwölf Monaten nachliefern kann, das Jahr 1987. Dort war der World Overshoot Day der 19. Dezember, seitdem verschiebt er sich fast kontinuierlich nach vorne. Im Jahr 2009 war er übrigens auf Grund der Finanzkrise erst am 25. September – die „Erholung“ von der Krise in diesem Jahr hat uns also beschert, dass wir über einen Monat früher unsere verfügbaren Ressourcen aufgebraucht haben.

Schade, dass die Resonanz in den deutschen Medien zu diesem Tag so gering war. Denn meiner Meinung nach macht dieser Tag in einem drastischen und gleichzeitig für alle verständlichen Bild sehr deutlich, warum wir dringend eine Abkehr vom „goldenen Kalb“ Wirtschaftswachstum brauchen.

Hier geht’s zum taz-Artikel, durch den ich auf das Thema aufmerksam wurde.

Artikel in der englischen Wikipedia (einen deutschen gibt es leider noch nicht): http://en.wikipedia.org/wiki/Earth_Overshoot_Day