Schwerpunkt
Woche des Waldes
No Forest – No Future

Die Waldwoche ist ein Projekt unseres europäischen Dachverbands (FYEG), das durch koordiniertes Vorgehen in ganz Europa das Problem des Waldsterbens öffentlichkeitswirksam darstellen soll.

Die Idee einer internationalen Waldwoche stammt vom Sommercamp der FYEG in Sumava. In Belgien und in Bulgarien gibt es bereits seit mehreren Jahren ein solches Projekt, das erfolgreich auf nationaler Ebene funktioniert und es wurde ein Team gefunden, dass das Projekt auf die europäische Ebene ausweiten will. Ursprünglich sollte die erste europäische Week of the Forest vom 19. bis zum 25 April stattfinden, rund um den 22. April, dem internationalen Tag der Erde. Inwieweit dieser Termin haltbar ist, ist jedoch ungewiss. Das Projekt erfordert nämlich ein ungeheures Maß an Organisation, das ausschließlich von ehrenamtlich Arbeitenden aufgebracht werden muss. Außer in Bulgarien und Belgien gibt es große Fortschritte in Deutschland, Ungarn und Irland sowie in Schweden, Spanien, Tschechien, den Niederlanden und Malta.

Momentan gehen die Überlegungen dahin, erst 2005 eine koordinierte Waldwoche zu versuchen. Wichtig ist jedoch, dass bis dahin Erfahrungen gemacht werden. Und hier kommt Rheinland- Pfalz ins Spiel. Sollten wir eine erfolgreiche Woche des Waldes abhalten, so kann sie als Beispiel für andere Verbände dienen. Deswegen plant das Fachforum Ökologie die rheinland- pfälzische Woche des Waldes schon eifrig vor. In Fußgängerzonen und auf Veranstaltungen wollen wir die Themen Wald und Gentechnik ansprechen.

Wälder sind auch in RLP die Gebiete, in denen die meisten Arten von Tieren und Pflanzen aufzufinden sind. Ferner sind sie gut für unsere Luft und unser Klima. Sie dienen auch als Hochwasserschutz und verhindern Erdrutsche. Leider werden sie auch hier vor allem von der Landwirtschaft und vom Verkehr in Mitleidenschaft gezogen.

Rheinland-Pfalz ist mit 42% Waldfläche (über 8000 Quadratkilometer) das waldreichste Bundesland. Leider weisen nur ein Viertel der Bäume keinerlei Schadensmerkmale auf. 41% der Bäume sind laut dem Ministerium für Umwelt und Forsten schwach geschädigt, 33% sind deutlich geschädigt.

Gentechnik spielt in RLP ebenfalls eine große Rolle. Das Thema ist wegen der vielen Gentechnik-Testfelder auf rheinland- pfälzischem Boden real geworden. Mit Nutzen und Gefahren der Gentechnik setzt sich das Fachforum Ökologie gerade auseinander und wird im Rahmen der Waldwoche darüber informieren. Denn Gentechnik könnte einerseits Entlastung bringen, wenn gegen Schädlinge kein Gift mehr eingesetzt werden muss, weil die Pflanzen so verändert worden sind, dass ihnen die Schädlinge nichts mehr anhaben können. Andererseits provozieren solche genetisch veränderten Pflanzen die Entwicklung von noch riskanteren Schädlingen, um nur eine der gefährlichen Nebenwirkungen zu nennen.

Auf dem nächsten Fachforum Ökologie wollen wir das Infomaterial zu den Themen Wald und Gentechnik fertig stellen und dann soll das Projekt in die Kreisverbände getragen werden. Dort sollen dann Stände in den Fußgängerzonen und als Bäume verkleidete GJlerInnen die Infos präsentieren. Jeder, der bei der Planung und Durchführung behilflich sein will, oder der sich mit dem Thema „Wald“ oder „Gentechnik“ gut auskennt oder noch wissbegierig ist, ist freundlichst eingeladen zum nächsten FaFo Ökologie zu kommen und sich auf der FaFo-Mailingliste einzutragen.  

Alexander Grünen