Wir wachsen mit »Microsoft Windows« auf, haben es in der SchuSkolelinuxle und Uni, später am Arbeitsplatz. »Windows« ist ein Produkt auf dem Markt und wird gekauft. Doch es gibt auch GNU/Linux-Distributionen, BSD-Derivate, Minix und andere Betriebssystemkernel, die frei verfügbar – selten kaufbar – sind und heruntergeladen werden müssen. Gerade die Vorinstallation eines solchen Systems passiert selten, da die Firma, die den Computer verkauft, entweder bei der Vielfalt von Open Source sich entscheiden müsste oder vom Firmenpartner Microsoft trennen. Doch einige haben sich getraut und bieten oft Ubuntu GNU/Linux als Alternativbetriebssystem.
Doch warum sollte in der Schule Freie Software eingesetzt werden? Die Schule sollte ein wirtschaftsfreier Raum sein und SchülerInnen nicht durch Werbung für ein Produkt oder eine Marke beeinflusst werden. Doch genau dies passiert bei der Verwendung von Microsoft. „Eine Anforderung – ein Produkt einer Firma“ lautet das Prinzip, sodass suggeriert wird, dass es zu »Windows«, »Adobe Reader« etc. keine Alternativen gibt. Das ist Werbung, die durch die ständigen Markensymbole unterstützt wird. Dabei gibt es viele gute und bessere Alternativen! Die Vielfalt der freien PDF-Betrachter, Browser und Betriebssysteme lässt genügend Möglichkeiten, sich sein Lieblingsprogramm herauszusuchen – sei es z.B. Evince, ePDFViewer, Okular, Xpdf, ghostviewer oder etwas anderes. Die große Anzahl kommt auch daher, dass für eine neue Anwendung nicht jedes Mal das Rad neu erfunden werden muss, sondern auf den Quelltext von andern Open-Source-Projekten zurückgegriffen werden kann. Freie Software – ein innovatives Konzept, das immer mehr Menschen begeistert (z.B. Männer, Frauen, Studierende, Firmen, Leute aus Afrika, Europa und Südamerika, HobbyprogrammierenInnen – alle können sich beteiligen). Für den Lehrbetrieb gerade interessant: der freie Quelltext kann angeschaut und die ablaufenden Prozesse nachvollzogen werden. Auch die Flexibilität Freier Software spricht für sich. Denn während für die nächste »Windows«-Version wieder neue PCs angeschafft werden müssen, können unter dem Einsatz Freier Software diese weitergenutzt werden, da Freie Software auch leichtgewichtigere Oberflächen bietet und andererseits es möglich macht, dass die alten PCs nur zum Anzeigen verwendet werden, während alle Programme schnell auf einem neuen Server laufen. Die Softwareausstattung der Schule kann durch die Offenheit Freier Software gut an ihre Bedürfnisse angepasst werden und den Verwaltungsaufwand minimieren.
Was die PolitikerInnen aber am meisten interessiert, ist wie viel Geld durch Freie Software an Schulen eingespart werden kann. Jedes Jahr zahlen sie nämlich Tausende an Lizenzgebühren an Microsoft und die betreuenden Firmen.
Doch meistens wird angeführt, dass es keinen Support für Freie Software geben würde und man keine Verantwortlichen und Garantien hätte. Dabei ist doch klar zu sehen, dass Fehlerbehebungen bei freier Software schneller gemacht werden und die Unterstützung für verschiedene Formate viel höher ist. Außerdem ist das Angebot an Freier Software, die durch einen Klick installierbar ist, so hoch, dass keine neue gekauft werden muss und nichts Virenverseuchtes runtergeladen werden muss (dabei sind Viren bei Linux eh kein Thema).
Das internationale Skolelinux-Projekt basiert auf der berühmten Debian-Distribution (anderer Name ist Debian-Edu) und bietet eine fertige Option für Schulen, sich mit Freier Software auszurüsten.
Das MSN-Windows für Schulen ist restriktiv, zensiert und überwacht Schüler. Es steht einer selbstständigen freien Entfaltung entgegen, frönt Kontrollzwängen und schränkt den Informationsfluss ein. Die Sicherheit der Schülerdaten ist auch nicht gewährleistet, wie die häufigen Sicherheitslücken der »Windows«-Systeme zeigen. Manche der den LehrerInnen technisch überlegenen SchülerInnen greifen gern mal auf die Datensätze zu und die Schule ist abhängig von den Firmen, die die Kontrolle über das Schulnetz besitzen und es verwalten.

In Rheinland-Pfalz beteiligen sich etwa 30 Schulen an dem von der Landesregierung gestarteten Pilotprojekt. Doch dieses wird nur halbherzig unterstützt, während die Regierung weiter Verträge mit Microsoft abschließt. Die Schulen werden von dem Projekt und PartnerInnen betreut und in das neue System eingeführt – eine runde Sache für die Zukunft! Gebt allen Bildungseinrichtungen Freie Software!

Hier ein paar Links über Skolelinux:
http://www.slx.no/
http://skolelinux.bildung-rp.de/ – die Projektseite beim Bildungsserver Rheinland-Pfalz
http://en.wikipedia.org/wiki/Skolelinux
http://www.skolelinux.de/ – die deutschsprachige Website des Projekts
http://rp.skolelinux.de/ – die Rheinland-Pfalz-Abteilung
http://wiki.skolelinux.de/

Das Portal ubuntuusers.de der deutschsprachigen Ubuntu GNU/Linux Community berichtete über den Einsatz von Skolelinux und anderen GNU/Linux-Distributionen, die im – Laut Pisa-Studie 😉 fortschrittlichen Norden Europas verwendet werden:
Eine Seite bei Google Maps zeigt die Verteilung der Nutzung von Freier Software in Finnland an. Besonders häufig kommt das Linux Terminal Server Project zum Einsatz. Hierbei werden Programme zentral über einen Server angeboten und müssen nicht mehr auf dem StandPC laufen. Dies bietet sich besonders gut bei Schulen an, da es dort selten einheitlich leistungsstarke Rechner gibt. In Deutschland werden dagegen immer noch sehr häufig Windows PC in Schulen genutzt.“