Seminar: „Quo vadis Grundeinkommen?“

– Ein Seminarbericht von Hannah Jaberg –

statistik

Kleine verwinkelte Gassen, Rheintal-Flair, eine Burg auf einem Berg. Auf dem steilen schmalen Weg zu dieser Burg Jugendliche, bepackt mit Rucksäcken und einem neugierig nach vorne gerichteten Blick auf Modelle der Zukunft.

Dramatisch umschrieben, aber deshalb nicht weniger wahr. Am 16.3.2007 begann das Seminar Grundeinkommen in der Jugendherberge St. Goar bei Koblenz.

Nachdem man sich beim Abendessen durch erste Gespräche annäherte, begann das Seminar mit einer Einführung zum spannenden Thema Grundeinkommen, von dem zwar alle TeilnehmerInnen schon mal  etwas gehört hatten, aber keiner so genau wusste auf was man sich mit dieser Idee einlässt.
Nach dieser Einführung wurde allen TeilnehmerInnen erst recht bewusst wie komplex dieses Thema ist und es entstand eine Diskussionsrunde mit vielen Fragen und wenigen Antworten, die alle darauf warteten am nächsten Tag von den Referenten geklärt zu werden.

Die Grundidee des bedingungslosen Grundeinkommens: In Deutschland wird es nicht mehr genug Arbeitsplätze für alle BürgerInnen geben und die Vollbeschäftigung als Ziel der Politik ist eine Illusion.
Aus diesen Gründen überlegen sich immer mehr Menschen Alternativen. Eine Alternative ist dieses Grundeinkommen. Jedem/r BürgerIn Deutschlands wird egal ob sie/er arbeitet oder nicht ein Grundeinkommen ausbezahlt, mit dem sie oder er in Würde leben kann. Es gibt verschiedene Modelle des Grundeinkommen, die aber alle diesen Ursprung haben, wir haben an diesem Wochenende zwei davon vorgestellt bekommen.

Der erste Referent war Ludwig Paul Häußner, der Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Götz W. Werner ist am Interfakultativen Institut für Entrepreneurship der Universität Karlsruhe. Prof. Götz W. Werner ist einer der Initiatoren des bedingungslosen Grundeinkommens. Er ist Besitzer aller dm- Drogeriemärkte und hat schon ein Buch veröffentlicht, das sich mit dem Grundeinkommen beschäftigt. Das bedingungslose Grundeinkommen ist nach ihrem Modell bis zu 1500 euro hoch und setzt keinerlei Bedürftigkeitsnachweis voraus. Alle Facetten aufzuzählen wäre nicht im Sinne dieses Berichtes.
Der zweite Referent war Thomas Poreski, der unter anderem Mitglied bei den Grünen ist und dort in der Kommission Grundeinkommen mitarbeitet. Er hat ein Konzept entworfen, das jedem/r einen Sockelbetrag von 500 Euro bietet und weitere Sozialleistungen nach Bedürftigkeitsnachweis zur Verfügung stellt. Nachzulesen ist dieses Modell unter www.grundeinkommen.org.

Auf der kommenden Landesmitgliederversammlung wird es einen Antrag des Landesvorstands zum Thema Grundeinkommen geben. An den Vorarbeiten und Diskussionen könnt ihr euch im Wiki der GRÜNEN JUGEND beteiligen.


Das Seminar fand in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz statt. (www.boell-rlp.de)

 

Logo