Seminar „Politik in der Musik“

ein kleiner Seminarbericht von Hannah Jaberg

Referent Prof. NeitzertOb Gabber, Covers von Reinhard May oder Rock, man erfuhr auf dem Seminar „Politik in der Musik“ vom 10.-12.11.2006 in Gillenbeuren unter anderem wie vielseitig die Musik von Rechtsorientierten Organisationen ist. Herr Dr. Neizert referierte samstags über rechte Szenen und ihre ästhetischen Mittel sich in unserer Gesellschaft zu verwurzeln und erinnerte daran, nicht nur die gewaltbereiten Neonazis zu sehen, sondern auch eine zweite Seite des Rechtsextremismus, die viel unscheinbarer scheint, aber dennoch nicht zu unterschätzen ist.

Obwohl die TeilnehmerInnenzahl zu wünschen übrig ließ, arbeiteten wir produktiv am Freitag- und Samstagabend. In eigen Regie verglichen wir Parteimusik der FDP (Europawahlkampf 2004), der Grünen-Jugend (ebenfalls Europawahlkampf 2004), der PDS (Bundestagswahl 2002) und der APPD („Anarchistische-Pogo-Partei-Deutschlands“, Partei Hymne, die von ihnen immer eingesetzt wird). Während die FDP zusammen mit den Julis „Mainstream“-mäßig über Freiheit sang, machte die Grüne-Jugend in eher unkonventionelem Stil Themen wie die freie Software, Patentschutz oder Privatkopien zu einem Song. Die PDS rapte über die Benachteiligung der sozial Schwächeren in ihrem Land und die APPD gröhlte ihre neue Zoneneinteilung für Deutschland heraus.

Der Samstag endete mit dem Speilfilm „Swing Kids“, in dem es um die Jazz-Musik während des National-Sozialismus geht die die SeminarteilnehmerInnen emotional aufwühlte und den Vortrag von Neizert nochmal unterstützte.

Am Sonntag verließ man dann nach einem Abschlussplenum mit positivem Feedback zu dem Wochenende das Selbstversorgerhaus in Gillenbeuren bei Koblenz. Natürlich mit viel neuem Wissen und offenen Ohren, die nun bewusster darauf achten werden, inwiefern sie von der Musik politisch beeinflusst werden.