Am 07. und 08.Dezember wurde die Grüne Jugend Rheinland-Pfalz nun schon zum dritten Mal von Hiltrud Breyer (Bündnis 90/Die Grünen, MdEP) ins Europäische Parlament nach Brüssel eingeladen. Dieses Jahr stand unser Besuch unter einem Thema, welches die Grüne Jugend schon die letzten Monate beschäftigt hatte: „Die Welthandelsorganisation und Globalisierung“.

Zwei Grüne-Jugend-Mitglieder berichten hier von ihren Erlebnissen in Brüssel.

Am 07. und 08.Dezember wurde die Grüne Jugend Rheinland-Pfalz nun schon zum dritten Mal von Hiltrud Breyer (Bündnis 90/Die Grünen, MdEP) ins Europäische Parlament nach Brüssel eingeladen. Dieses Jahr stand unser Besuch unter einem Thema, welches die Grüne Jugend schon die letzten Monate beschäftigt hatte: „Die Welthandelsorganisation und Globalisierung“.

Am Mittwoch Morgen machte sich eine noch etwas schläfrige und überschaubare Gruppe von 25 grünen Menschen und einem Bayer auf den Weg nach Brüssel. In Koblenz stieß dann auch der Rest zu uns, sodass die Reise mit nunmehr 45 TeilnehmerInnen richtig losgehen konnte. Nach zwei Rastplätzen, mit so beschaulichen Namen wie „Peppenhofen“, und ein paar Tellern Bratkartoffeln, die genüsslich von der Trotzdem-Redax konsumiert wurden, erreichten wir nach sechs Stunden endlich Brüssel- leider im strömenden Regen. Die Aussicht auf die folgende Stadttour besserte unsere Laune auch nicht gerade, zumal unser Bayer sich mit seiner Grüne- Jugend- Fahne nicht gerade bei den Passanten beliebt machte. Glücklicherweise verschonte uns der Regen und wir teilten uns in zwei Gruppen auf, um die europäische Multi-Kulti Stadt zu erforschen. Auf dem Grand Place, der eigentlich eher an eine mittelalterliche Stadt erinnert, hatten die BrüsselerInnen zahlreiche weiße Kugeln aufgestellt, in welchen sich weiße Weihnachtsbäume befanden, die auch noch von weißem Glitzerlicht angestrahlt wurden- wer jetzt keine Reizüberflutung erlitt, musste einfach blind sein.

Nachdem wir dann auch noch den berühmten Männeken Piss zu sehen bekamen, war die Stadtführung auch schon vorbei, schließlich waren wir ja wegen den Politik nach Brüssel gekommen. Der erste Besuch ins Europaparlament stand an. Dort fand unser Bayer auch schnell die „Ständige Vertretung des Freistaats Bayern in Brüssel“. Trotz seiner zahlreichen Versuche Asyl zu bekommen, blieb das Eisentor verschlossen und wir durften uns im Parlament mit einem Vertreter einer Nichtregierungsorganisation treffen, in diesem Falle „11-11-11“. Dieser verriet uns nicht nur, wie die konkrete Lobbyarbeit in Brüssel funktioniert, sondern erzählte zudem von den zahlreichen Projekten, die NGOs weltweit zusammen organisieren, z.B. „Our World is not for sale“. Denn eines muss uns bewusst sein: die derzeitige Globalisierung, welche vor allem großen Wirtschaftskonzernen und LobbyistInnen dient und gleichzeitig die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert, kann nur durch ein international kooperierendes Netzwerk sinnvoll und kritisch bekämpft werden. Trotz der erfolgreichen NGO-Arbeit der letzten Jahre musste auch unser Diskussionspartner eingestehen, dass die Informationsübermittlung zwischen NGOs und der „normalen Bevölkerung“ immernoch schleppend verläuft.

Am nächsten Morgen verließen wir unsere Jugendherberge, um ein zweites Mal das Parlament zu besuchen, um diesmal auf Hiltrud Breyer persönlich zu stoßen. Mit ihr diskutierten wir die in diesem Monat in Hongkong stattfindende WTO-Konferenz, bei der u.a. über Liberalisierung von Dienstleistungen, also Privatisierung von Bildung, Wasser, Strom usw., geredet wird. Sie erklärte uns zudem die oftmals sehr komplizierten Abläufe im europäischen Parlament, schließlich gibt es keine Regierung und so müssen für jeden Antrag Mehrheiten im Parlament gefunden werden, weshalb unsere Grüne Fraktion auch immer wieder versuchen muss, im Kontakt zu anderen Fraktionen zu stehen und diese von unseren Inhalten zu überzeugen. Hiltrud Breyer erzählte uns außerdem von der neuen Reach-Kampagne, die es ermöglichen soll, Medikamente und Pharmazeutika in Zukunft zu etikettieren, sodass es für den VerbraucherInnen einfacher wird zu erfahren, was er oder sie nun genau zu sich nimmt.

Anschließend wurden wir noch von einem Grünen-Gründungsmitglied, der heute als Berater in Brüssel tätig ist, sogar in Räumlichkeiten geführt, die normale BesucherInnengruppen eigentlich nicht zu sehen bekommen. So durften wir uns die Fraktionsräume der europäischen Grünen betrachten, die nicht nur von oben bis unten mit provokanten Transparenten und Postern plakatiert waren, sondern auch eine gewisse Unordentlichkeit aufwiesen. Zum Schluss bekamen wir dann sogar die Postfächer von Daniel Cohn-Bendit und Hiltrud Breyer zu Gesicht. Trotz der Übermüdung und des teilweise heftigen Zeitdrucks kann ich nur jedem  und jeder empfehlen, auch zur nächsten Brüsselfahrt zu kommen, da sie nicht nur unglaublich interessant ist, sondern auch für jede Menge Spaß gesorgt hat- außer für den Bayern, der in der Nacht noch einige üble Diskriminierungen über sich ergehen lassen musste. 

Von Max und Jan