Pressemitteilung 28/2005
Zugangsgerechtigkeit an den Hochschulen längst nicht mehr gegeben

Die Zahl der zugangsbeschränkten Studiengänge ist an der größten Hochschule des Landes, der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, auf über 50 angestiegen. „Es ist schon ein bildungspolitischer Skandal, wenn seit Jahren bekannt ist, dass immer mehr junge Menschen an die Hochschulen kommen, die Kapazitäten aber nicht angepasst werden“, ärgert sich Daniel Köbler (Mainz), Landesvorstandssprecher der GJ RLP. „Hier spart die Politik an der völlig falschen Stelle, nämlich auf Kosten einer ganzen Generation und unserer Zukunft in der Wissensgesellschaft. Die „Allgemeine Hochschulreife“ wird ad absurdum geführt, von Zugangsgerechtigkeit kann keine Rede mehr sein.“
Besonders hart ist die Situation für angehende Lehrerinnen und Lehrer. Wer LehrerIn werden will, muss seit diesem Semester Bildungswissenschaften studieren und braucht dafür eine Abitursdurchschnittsnote von 1,6. Es kommt beispielsweise vor, dass einE BewerberIn, die Sport- und FranzösischlehrerIn werden will, für beide Fächer zugelassen wird, aber die Hürde für Bildungswissenschaften nicht schafft und mehrere Wartesemester in Kauf nehmen muss. „Hier werden potentielle Lehrkräfte von Morgen abgeschreckt. Dabei brauchen wir qualifizierte und motivierte Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen. Hier setzt sich der Raubbau an Bildung also fort!“ so Köbler.

Die GRÜNE JUGEND fordert die Landesregierung auf, umgehend Maßnahmen zu ergreifen um die Kapazitäten an den Hochschulen zu erweitern und die Zugangsbeschränkung für Bildungswissenschaften ab dem Sommersemester aufzuheben.