Hier findet ihr Bilder und Berichte von den Aktionen der GRÜNEN JUGEND Mainz

Bericht zur Waldwoche

Es war Waldwoche!

… und niemand hat’s gemerkt. Dass die Waldwoche im internationalen Jahr der Biodiversität an der ganzen Welt unkommentiert vorbeizugehen schien, ist symptomatisch – schließlich interessieren sich auch sonst die wenigsten Leute dafür, ob sie durch ihren Fleischkonsum, ihren unnötigen Papierverbrauch, ihr Auto, die zahlreichen Flüge und vieles mehr den Wald direkt oder indirekt zerstören.

Doch eine kleine GJ-Gruppe leistet heftigen Widerstand: die GRÜNE JUGEND Mainz macht in der ganzen Stadt Werbung für den Wald. Mit bunten Plakaten, die (unerlaubterweise?) das Zentrum und verschiedene Ortsteile zierten, wiesen (und weisen, denn teilweise hängen sie noch) wir vom 2.-9. Mai darauf hin, dass Wald wichtig ist und schön und vor allem: bedroht.

Für die, die mehr wissen wollten, als auf ein A3-Plakat passt, haben wir auch gleich den Link zu unserer Homepage angegeben und dort darüber informiert, wie stark der Wald zerstört wird – und was jede und jeder tun kann, um Wald zu schützen und zu schonen.

„Die Hippies mal wieder“, mag sich so manch eineR gedacht haben, „diese Bäume-Umarmer“ – „Lieber Bäume umarmen als Bäume fällen“ halten wir dagegen und finden das Klischee echt gar nicht peinlich: Bäume tragen erheblich zur Grundwasserqualität und zur Qualität der Böden bei. Wälder stellen den Lebensraum für zwei Drittel aller Tiere und Pflanzen und noch heute für Millionen Menschen dar. Bäume verhindern Erdrütsche und andere Naturkatastrophen. Und sind nicht zuletzt verantwortlich für ein erträgliches Klima.

Möglichst viele Menschen auf die Waldwoche hinzuweisen und für das Thema zu gewinnen, war unser Ziel. Wer weiß, wie viele erst durch die Grüne Jugend erfahren haben, dass überhaupt Waldwoche ist? Dass es auch Spaß macht, beim Aufhängen zu überlegen, was das eigentlich gerade für ein Baum ist (und herauszufinden, an welche Bäume sich am besten Plakate hängen lassen), wissen wir zumindest im Nachhinein. Und der Kampf geht weiter: Die Waldwoche 2011 gehört auf Seite Eins aller Zeitungen!

Waldwoche1

Waldwoche2

Aktion anlässlich der Klimakonferenz in Kopenhagen

 

Am 12.12.09 hatte die Grüne Jugend Mainz eigentlich geplant sich vor der Kreismitgliederversammlung und der Weihnachtsfeier noch einmal zu treffen, um gemütlich mit einem Glühwein in der Hand Schlitten zu fahren – alkoholfreier Glühwein aufgrund der Fahrtüchtigkeit versteht sich. Doch als wir ca. 10 Leute in dicker Winterkleidung mit unseren Schlitten in der Hand aus unserer Landesgeschäftsstelle traten und uns schon darauf freuten den Hügel zum Schillerplatz hinunter zu fahren traf uns der Schlag: Keine einzige Schneeflocke war gefallen!
Die Ursache dafür fiel uns wie Schuppen von den Augen, nämlich der doofe Klimawandel, den die Regierungen vieler Nationen seit einigen Jahren stetig versuchten zu leugnen. Das hatte wohl immer noch nicht geklappt, der wollte einfach nicht verschwinden.
Dabei war doch im Moment die internationale Klimakonferenz COP15 in Kopenhagen im Gange, aber auch in diese konnte mensch nicht viel Hoffnung auf ein festes Abkommen für die Treibhausgasausstöße der Länder der Welt setzen.
Einfach wieder in unsere Landesgeschäftsstelle zurückzugehen und mit der Kreismitgliederversammlung anzufangen, das kam für uns natürlich nicht in Frage. Stattdessen nahmen wir uns vor, aufgrund des schönen, heißen Wetters den nächsten Badesee aufzusuchen und auf dem Weg dorthin unter der über den Weihnachtsmarkt streifenden Mainzer Bevölkerung unseren Unmut über den anhaltenden Klimawandel zu verbreiten.
Dazu zogen wir uns schnell passendere Kleidung – Bikini, Badehose oder T-Shirt und kurze Hose – an und machten uns mit Sonnenbrillen, Sonnenhut, Schwimmnudeln, einem Bollerwagen mit einer über einen Meter großen, quietschgelben aufblasbaren Gummiente und Grüne Jugend Fahnen auf den Weg. Außerdem nahmen wir Flyer mit den Fakten zum Klimawandel und der Klimakonferenz und unseren Forderungen an die PolitikerInnen und die/den EinzelneN mit.
Nach ein paar Minuten kamen wir, erfüllt von Freude über das schöne Wetter, am Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz an und verteilten unsere Flyer an die Menschen. Dabei sangen wir enthusiastisch Lieder wie „Ab in den Süden“ und „36 Grad“ und riefen Sprüche wie „CO2 für Hitzefrei!“ und „Bei den Banken seid ihr fix, für das Klima tut ihr nix!“. Entgegen unserer Erwartung wollten sich nur drei 10-Jährige unserer Karawane zum Badesee anschließen und die Meisten sahen uns nur entrüstet an, boten uns einen Schal an und warnten uns vor der Gefahr einer (Schweine)grippe. Das fanden wir zwar sehr nett, waren aber sehr verwundert und konnten die Menschen nicht verstehen, es war schließlich ungewöhnlich heiß an diesem Tag.
Einige durchschauten auch, dass wir nicht nur eine Partytruppe von Verrückten waren, sondern auch auf den Klimawandel aufmerksam machen wollten, unseren Vorschlag, ihre Jacke auszuziehen und uns zu folgen, nahmen sie aber trotzdem nicht an. Woher das kam können wir bis heute bei bestem Willen nicht verstehen …

 

Heroin, Kokain – Teufelszeug?

der Reihe „Neue Wege in der Drogenpolitik“
von Alexander Lang

Am Samstag, dem 06. Dezember, fand in der Landesgeschäftsstelle der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz ein Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Heroin, Kokain – Teufelszeug?“ statt. Nach der von Peter Weiler von der Drogenberatungsstelle „Brücke“ geleiteten Veranstaltung fuhren die TeilnehmerInnen nach Frankfurt zu einer Besichtigung der „Konsumräume“ am Hauptbahnhof.

Die Veranstaltung war die dritte und damit letzte der Reihe „Neue Wege in der Drogenpolitik“. Diese von der GRÜNEN JUGEND Mainz organisierte Veranstaltungsreihe soll einen besseren Einblick in den Umgang mit Rauschmitteln in Politik und Gesellschaft liefern.

Mit 10 TeilnehmerInnen war die Veranstaltung weniger stark besucht als die vorherigen, inhaltlich ware sie aber mindestens genauso spannend. Die Besonderheit der dritten Veranstaltung lag in ihrem Praxisteil, den die vorherigen Veranstaltungen nicht bieten konnten: Den Besuch Frankfurter Konsumräume.

Schon am frühen Samstag Morgen – um 10 Uhr – stimmte Peter Weiler die TeilnehmerInnen auf den Besuch der Konsumräume ein. Seine provokante These, Alkohol sei schädlicher als Heroin, begründete er mit den fehlenden negativen Folgen von Heroin auf den Körper: Schädlich am Heroin seien vor allem die Streckmittel, reines Heroin sei dagegen bis auf sein Suchtpotential für den Körper harmlos – Gehirnzellen zerstöre es nicht.

Auf dem Schwarzmark erworbenes „Heroin“ enthält in Wirklichkeit nur 3-7% reinen Stoff. Der Rest sind Streckmittel, die den Dealern höhere Einnahmen bescheren – verkauft wird nur eine undefinierbarer Stoff. Gips, Zucker oder Sand sind nur einige der harmloseren Mittel. Eine kontrollierte Abgabe aller Drogen ohne Streckmittel würde hier einiges bewirken.

Weiter kritisierte unser erster Referent den Umgang mit Abhängigen: Die Abstinenz werde oft als einziger Weg zur Befreiung von der Sucht angesehen. Problematisch sei dabei, dass nur 2% der Abhängigen denken, dass sie süchtig seien und gleichzeitig aussteigen wollten. 98% der Betroffenen würden also von der Massnahme grundsätzlich nicht erreicht.

Peter Weiler ging zuletzt auf das Konzept der Drogenkonsumräume ein. Diese dienten weder zum Dealen, noch zum Tauschen oder Teilen. Erlaubt sei nur der Konsum – unter ruhigen, sterilen Bedingungen. Alte Spritzen könnten die Abhängigen dort gegen neue tauschen. Er lobt, dass dieses Konzept die Ausbreitung von AIDS und Hepatitis C in der Drogenszene erheblich eingedämmt habe.

Träger der eine Millionen Euro teuren Konsumräume am Frankfurter Hauptbahnhof ist die Stadt Frankfurt. Die Möglichkeit zum hygienischen Drogenkonsum entstand aus einer langen Verhandlungsphase zwischen Polizei, SozialarbeiterInnen sowie VertreterInnen von Stadt und Wirtschaft.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die TeilnehmerInnen über das Konzept der Drogenkonsumräume und stellten viele Fragen dazu. Kurz erwähnt wurde auch noch die politische Dimension, Peter Weiler sah eine liberalere Drogenpolitik nur auf kommunaler Ebene als realistisch an.

Mit der Besichtigung der Konsumräume zeigte sich, wie das zuvor diskutierte Konzept in der Wirklichkeit umgesetzt ist. Nach einem kurzen Gang durch die Räume der Einrichtung referierten zwei Sozialarbeiter über die geschichtliche Entwicklung der Drogenszene in Frankfurt und den Weg zur Gründung der 13 Jahre alten Konsumräume.

Weiter gingen sie auf den rechtlichen Status der Konsumräume ein: Diese werden duch eine Landesverordnung ermöglicht, die es in Rheinland-Pfalz nicht gibt. Auf welchen Wegen sich SozialarbeiterInnen rechtlich vor Forderungen Dritter absichern, kam auch ins Gespräch. So sammeln die SozialarbeiterInnen Daten wie Namen und Wohnort von Erstbesuchern und lassen sie eine Hausordung unterschreiben.

Die Sozialarbeiter betonten dabei, dass sie auch einen „Ordnungsauftrag“ hätten, der diese Maßnahmen nötig mache, andernfalls sei die Existenz der Konsumräume gefährdet.

Beim Verlassen der Räume sorgte der Anblick von 15 KonsumentInnen, die gerade einen Schuss ansetzten, für eine Gänsehaut. Ein Konsumraum ist ein Ort, an dem mensch nicht landen will – zumindest nicht als AbhängigeR. Viele Menschen, die hierher kommen, haben eine lange Suchtkarriere hinter sich. Es gibt aber auch Ausnahmen: AnzugträgerInnen, die sich ab und zu mit Stoff versorgen.

Spätestens an diesem Punkt wurde allen klar, dass nicht die Droge das Problem ist, sondern der Umgang des Menschen mit ihr. Heroin und Kokain sind also nicht automatisch „Teufelszeug“, können aber durch den Menschen dazu werden.

 

Cannabis als Medizin?

der Reihe „Neue Wege in der Drogenpolitik“
von Alexander Lang

Am vergangenem Dienstag, dem 02.12.08, fand die zweite Veranstaltung der
Reihe „Neue Wege in der Drogenpolitik“ statt. Etwa 40 Menschen folgten
der Einladung der Grünen Jugend Mainz und kamen im Sitzungssaal des
DGB-Gebäudes zusammen. Dort konnten sie sich über die medizinische
Bedeutung und das Potential von Cannabis informieren und diskutierten im
Anschluss darüber.
Referent Dr. Matthias Pollak, selbst Mediziner, begann seinen Vortrag
mit einem geschichtlichen Exkurs zum Umgang mit Cannabis in
verschiedenen europäischen Ländern seit Beginn des 20. Jahrhunderts . Er
berichtete vom recht liberalen Umgang mit Drogen in der Weimarer
Republik, in der Krankheiten mit Cannabis behandelt wurden. Im Laufe der
Zeit wurden immer weitere Einschränkungen vorgenommen – sowohl beim
privaten Gebrauch als auch bei der medizinischen Verwendung. In den 70er
Jahren wurden die Gesetze stark verschärft, das Bild des/der KifferIn
als „heruntergekommeneR Nichtsnutz“, der/die „gegen die Gesellschaft“
ist, kam auf – und wird teilweise bis heute aufrechterhalten.

Erkenntnisse neuerer Medizin können an diesem Bild wenig ändern. Sie
weisen das THC im Cannabis als hochwirksames Mittel unter anderem bei
Asthma, erhöhten Leberfettwerten oder bei einfacher Immunschwäche aus.
Wie die tatsächliche Wirkungsweise von THC im Körper ist, die Vorgänge
in denen das Molekül in den Zellen andockt und welche Hormone dabei
ausgeschüttet werden, diesen Fragen gingen die TeilnehmerInnen
anschließend ausführlich nach. Dabei wurde deutlich, dass bei der
Wirkung von Cannabis und so genannten Cannabinoiden noch einige Prozesse
ungeklärt sind und erforscht werden müssen.

Der Gesungsheitsausschuss des Bundestages lehnte die Freigabe von
Cannabis zur medizinischen Behandlung am Mittwoch ab, leider besuchte
keineR der CDU-, CSU-, SPD- und FDP-PolitikerInnen die Veranstaltung am
Vortag.

Ob eine Legalisierung und damit auch eine Rückkehr zu den
ursprünglichen, medizinischen Verwendungszwecken in den kommenden Jahren
staatlich legitimiert wird, ist damit fraglich.

Die 3. Veranstaltung der Reihe “Neue Wege in der Drogenpolitik”: ‚Heroin, Kokain – Teufelszeug‘ findet am 6.12. um 10:00 Uhr im GJ-Büro, Walpodenstr.5, statt.

Legalize it! – vom Recht auf Rausch

der Reihe „Neue Wege in der Drogenpolitik“
von Marie Bach und Alexander Lang

Am vergangenen Dienstag, dem 25. November, fand im Mainzer DGB-Haus ein
Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema ?Legalize It – Vom Recht
auf Rausch? statt. Die Veranstaltung wurde von Maximilian Plenert aus
dem Fachforum Drogen der GRÜNEN JUGEND geleitet und ist die erste aus
der Reihe ?Neue Wege in der Drogenpolitik?. Diese von der GRÜNEN JUGEND
Mainz organisierte Veranstaltungsreihe soll einen besseren Einblick in
den Umgang mit Rauschmitteln in Politik und Gesellschaft liefern.

80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sorgten für einen überfüllten Saal im
DGB-Haus. Mitglieder der GRÜNEN JUGEND Mainz kümmerten sich mit einem
Kuchen- und Getränkeverkauf zum Selbstkostenpreis um das leibliche Wohl
der Gäste, während der spannende Vortrag einigen Stoff zum Nachdenken
lieferte.

Der Vortrag begann inhaltlich ähnlich wie eine Mathematik-Stunde in der
Schule: mit einer Definition ? in dem Fall der von ?Drogen?.
Rassistische und wirtschaftliche Hintergründe prägten die Geschichte der
Illegalisierung, Max erstes Thema. Weiter ging es mit der Frage, wie
eine Legalisierung aussehen könnte.

In kürzester Zeit entfachte sich eine spannende Diskussion zum Modell
des Drogenfachgeschäftes, das aus den Federn des Fachforums
Drogenpolitik der GRÜNE JUGEND stammt. Wichtige Aspekte waren neben der
Finanzierung auch eventuelle Altersgrenzen und Beratungsmöglichkeiten.
Gleichzeitig kritisierte Max die derzeitige Drogenaufklärung: Im
Vergleich zur Sexualaufklärung steckt die Drogenaufklärung noch ?im
finsteren Mittelalter?. Wirkliche Aufklärung, wie z.B. über die späte
Wirkung von Haschkeksen – eine Stunde nach Konsum – wird nicht
betrieben. Umgekehrt werden die weit verbreiteten Drogen Alkohol und
Nikotin oft verharmlost dargestellt.

Widerlegt wurde auch die weit verbreitete Meinung, Drogen würden nur zur
?Lösung von Problemen? genutzt ? leider oft Grundlage konventioneller
Drogenaufklärung.

Ausführliche Diskussionen gab es im Anschluss über die neue, noch legale
Droge ?Spice?, ihren Inhaltsstoffen und ihrer Wirkung, und darüber,
warum unsere Gesellschaft ihre jetzige Einstellung zum Thema Drogen hat.

Die GRÜNE JUGEND Mainz ist erfreut über den großen Anklang, den der
Vortrag am Dienstag fand und blickt gespannt auf die nächsten beiden
Veranstaltungen der Reihe:
2.12., 18 Uhr, DGB-Haus: ‚Cannabis als Medizin?‘
6.12., 10 Uhr, GJ-Büro, Walpodenstr.5: ‚Heroin, Kokain – Teufelszeug‘

Open Ohr 2008 (9. bis 12. Mai 2008)

Das Thema des Open Ohr 2008 war „Konsum“. Die GJ Mainz machte einen Infostand zum Thema „Datenkraken“. Auf Plakaten wurde auf die Datensammelwut großer Unternehmen wie Google, AOL oder Payback hingewiesen. Außerdem gab es einen Workshop von Florian Altherr vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung zum Thema Datenschutz.

Bilder:

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Infostand gegen das geplante Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue (18. Januar 2008)

Vor dem Mainzer Staatstheater sammelte die GRÜNE JUGEND Mainz Einwendungen gegen das Kohlekraftwerk, dessen Bau auf der Ingelheimer Aue zwischen Mainz und Wiesbaden geplant ist. Symbolisch konnte mensch ein ein Kohlekraftwerk aus Dosen zum Einsturz bringen.

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