100 Jugendliche wollen sich politisch engagieren, die Stadt Nürnberg
verweigert aber den Zugang zu Räumlichkeiten

Es ist der Lieblingsinhalt politischer Sonntagsreden,
Politikverdrossenheit bei Jugendlichen. Über 100 Mitglieder der Grünen
Jugend Bayern, der Jugendorganisation von Bündnis90/Die Grünen, wollen
sich dagegen am Wochenende vom 4.-6. April in Nürnberg politisch
engagieren. Doch die Veranstaltung wird von der Stadt Nürnberg verhindert.
Die Teilnehmer suchen noch Schlafplätze. Traditionell übernachten die
Jungpolitiker in Sporthallen, bisher wurden aber alle Anfragen der GJ
Bayern vom Schulreferat der Stadt Nürnberg abgelehnt. Als Grund führt die
Stadt an, man müsse dann auch rechtsextremen Parteien Zutritt zu den
Hallen gewähren.
„Die Begründung ist absurd. Die Landesmitgliederversammlung wird in einem
privaten Kongresssaal stattfinden. Wir brauchen die Sporthalle lediglich
zum Übernachten. Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Stadt Nürnberg
etwas kategorisch ablehnt, was in Städten wie München und Augsburg ohne
Probleme erlaubt wurde.“, so der Landesvorsitzende Christian Moravcik. Der
Grund sei wohl eher beim Führungswechsel im Schulreferat der Stadt
Nürnberg nach der Kommunalwahl zu suchen führt er weiter aus.
„Politikverdrossenheit bei Jugendlichen kommt nicht von ungefähr.
Politisches Engagement wird nicht honoriert, im Gegenteil es werden den
jungen Menschen auch noch Steine in den Weg gelegt. Die
Landesmitgliederversammlung wird in Nürnberg stattfinden. Sollte sich die
Stadtverwaltung weiterhin weigern, werden wir in der Nürnberger Innenstadt
eben mehrere 20-Mann Zelte aufstellen und daraus eine politische
Demonstration machen.“, droht Moravcik und bittet den Oberbürgermeister
Maly einzugreifen und doch noch eine Turnhalle zu öffnen.
Der Vorfall erinnert stark an den vergangenen November. Damals wollte der
Bundeskongress der Grünen Jugend in Nürnberg tagen, fand aber ebenfalls
keine Schlafmöglichkeit für seine Mitglieder und wich nach Würzburg aus,
wo die Stadt ohne Probleme eine Turnhalle bereit stellte.
„Hier wird auch mit zweierlei Maß gemessen. Für den Bundesparteitag der
Grünen war es kein Problem eine Turnhalle zu bekommen, hier hatten die
Stadtväter keine Sorge um rechtsextreme Parteien. Dass uns Jungen dies nun
verweigert wird, zeigt die große Wertschätzung, wenn sich Jugendliche
politisch engagieren.“, fügt Moravcik sarkastisch hinzu.