GRÜNE JUGEND Mainz informierte auf dem Open Ohr

Am Pfingstwochenende 2008 informierte die GRÜNE JUGEND Mainz zusammen mit dem Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung auf dem traditionellen Polit-Festival „Open Ohr“ auf der Mainzer Zitadelle über die Gefahren des Konsums im Hinblick auf informationelle Selbstbestimmung und den Datenschutz.

Am gemeinsamen Infostand wurden BesucherInnen vier Tage lang provokativ von einer Überwachungskamera-Attrappe begrüßt und von Kundenstoppern, die jeweils verschiedene Datenkraken wie Google und AOL beleuchteten und die auf die Problematik von Sozialen Netzwerken und KundInnenkarten aufmerksam machten. Damit ordneten sich die DatenschützerInnen in das Festival-Motto „Geld Gut Güter – Von Konsum und anderen Notwendigkeiten“ ein und verdeutlichten, welche Gefahren die Bürgerinnen und Bürger bei ihrem alltäglichen Konsum allzu oft ausblenden, aber auch, wie sie sich schützen können.

Im Rahmen eines offenen Workshops am Sonntag wurde für viele Lebensbereiche aufgezeigt, wo Bürgerinnen und Bürger bereits heutzutage überwacht werden und wo sie unbewusst Spuren bei privatwirtschaftlichen Unternehmen hinterlassen. Beispiele hierfür sind die Nutzung von Suchmaschinen oder bargeldloses Zahlen beim Einkauf.

Florian Altherr vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung stellte zunächst in einem einführenden Vortrag die generelle Notwendigkeit des Datenschutzes für den Einzelnen und für die Gesellschaft heraus. Im Anschluss ging er genauer auf verschiedene „Datenkraken“ und Möglichkeiten des Selbstdatenschutzes ein. „Vielen Nutzern und Kunden ist leider immer noch nicht bewusst, dass sie durch die fortgeschrittene Informationstechnologie überall digitale Fingerabdrücke hinterlassen, die ihnen eindeutig zugeordnet werden können“ so Altherr. „Einzelne Datensätze werden immer häufiger in großen Datenbanken zusammengetragen und führen zu detaillierten Nutzer- oder Kundenprofilen. Gerade im Bereich Kundenkarten wie z.B. Payback oder bei der Internetnutzung machen sich die Leute bislang leider kaum Gedanken, dass sie für geringfügige Gewinne im Austausch sehr viel von ihrer Privatsphäre preisgeben.“

Der letzte Teil des Workshops behandelte den Selbstdatenschutz und zeigte auf, wie man seine Privatsphäre mit wenigen Schritten mittels Browserkonfiguration, der Installation von Skript-, Werbeblockern und Anonymisierungssoftware schützen kann.
Die Resonanz war sehr positiv: Die TeilnehmerInnen waren sichtlich für den Umgang mit ihrer eigenen Privatsphäre und der ihrer Mitmenschen sensibilisiert worden, als sie im Anschluss an die Veranstaltung ihre Erfahrungen und Ansichten rund um den Datenschutz diskutierten.

Auch im nächsten Jahr wird die GRÜNE JUGEND wieder mit einem Infostand auf dem Open Ohr vertreten sein.