Auf Julia Seeligers Blog (lange Jahre Schatzmeisterin der Grünen Jugend und jetzt im Parteirat von Bündnis90/die Grünen), bin ich auf ihren Verweis gestoßen, dass ein Interview von ihr bei der Netzzeitung erschienen ist.

Der Beitrag ist überschrieben mit „Julia Seeliger: Meine Widersprüche“. Was vielleicht jetzt eine tiefenpsychologische Talfahrt in die innersten Gefilde von Julia Seeligers Gefühlswelt versprechen lässt, ist banalerweise nur die Analyse der Netzzeitung ihrer politischen Einstellung, nämlich, dass sie einerseits für einen starken Staat eintritt und andererseits persönliche Freiheiten gesichert sehen will. Julia selbst sieht sich in die sozialdemokratische Ecke gepusht. Ich kann das Interview nur empfehlen, ist echt interessant.

Die besten Stellen hab ich mal rausgepickt:

6 Einige Grüne scheinen große Schwierigkeiten mit Ihnen zu haben. Man hat Sie schon mal hämisch als Pippi Langstrumpf abqualifiziert.

Matthias Berninger hat das gesagt, er ist längst aus den Parteigremien abgetreten und Lobbyist geworden. Pippi Langstrumpf ist doch gut: bunt, anarchistisch, stark, selbstbestimmt. Es gibt schlimmere Beleidigungen.

8 Jetzt klingen Sie genau wie jeder andere Funktionär der Grünen. Das hatte ich befürchtet.

Schrecklich, ich weiß. Man saugt das einfach auf. Aber falsch wird es dadurch auch nicht. Ich kann staatskritisch sein und trotzdem für einen starken Staat eintreten, der für Chancen- und Bildungsgerechtigkeit sorgt. Diesen Widerspruch halte ich aus. Es ist nicht der einzige.

Morgen folgt der zweite Teil des Interviews.