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Interview mit Dennis Brechtel aus dem Beirat der GRÜNEN JUGEND RLP

über die Anti-AKW-Demo in Biblis am 24. April 2010

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Hanna Zoe: Dennis, du warst bei den Vorbereitungen der Demo in Biblis dabei. War das mehr Arbeit, als du dachtest?

Dennis: Jaein. Dadurch, dass ich bei den regelmäßigen Vorbereitungstreffen des TrägerInnen- und UnterstützerInnenkreises der Demo dabei war, habe ich Einblicke in etliche Facetten der Vorbereitung einer solchen Großveranstaltung mitbekommen, dies war schon sehr beeindruckend. So musste zum Beispiel angefangen bei der Anmeldung, über die Bereitstellung einer Bühne bis zu den Toilettenhäuschen alles organisiert werden und dafür wurden ebenfalls Leute benötigt, die dies ehrenamtlich übernehmen. Dies hat mich natürlich ebenfalls motiviert mich selber etwas mehr als geplant einzubringen. Ich war letztendlich für die Koordination des Funks und die Bereitstellung der selbigen Ausrüstung verantwortlich. Ich denke, neben mir, hat es allen die bei der Vorbereitung und der Durchführung der Demo geholfen haben im Großen und Ganzen Spaß gemacht. Ich würde mich auf jeden Fall, sofern es meine Zeit zulässt, wieder an so etwas beteiligen, nicht zuletzt wenn man das Endergebnis anschaut.

Hanna Zoe: Wurden denn deine Erwartungen erfüllt, was die Demo angeht?

 

Dennis: Ja das auf jeden Fall! Um nicht sogar zu sagen übertroffen. Wir haben mit mindestens 5000 + X Leuten gerechnet. Zum Schluss waren es 20.000 Leute, die sich an dem Tag in Biblis beteiligt haben. Die Demo ist ohne Zwischenfälle sehr friedlich verlaufen und sogar die Umzingelung hat fast perfekt geklappt. Es wurde denke ich ein weiteres deutliches Zeichen gesetzt, dass die Energiegewinnung mittels Kernspaltung nicht mehr in der Bevölkerung erwünscht ist. Einfach zu groß sind die Risiken und das ungelöste Endlagerproblem.

Hanna Zoe: Das waren die größten Anti-Atom-Demos seit langem. Kannst du dir erklären, warum so viele Leute gegen die schwarz-gelbe Atompolitik auf die Straße gehen?

Dennis: Die Menschenkette von Krümmel nach Brunsbüttel, die Umzingelung um das AKW Biblis, die Anti-Atom-Demo in Ahaus, die vielen dezentralen Aktionen in den Städten, bundesweit waren über 250.000 Leute am 24.04.2010 gegen Atomenergie auf der Straße, ganz klar, die Leute sehen nun, dass die derzeitige Regierung aus dem beschlossenen Atomausstieg aussteigen will. Es wird über wahnwitzige Laufzeitverlängerungen diskutiert und von einer „unabdingbaren
Brückentechnologie“ gesprochen, dies ist so für den informierten Menschen einfach nicht hinnehmbar. Dies soll die Regierung nun auch abermals durch den Protest auf der Straße, das letzte Mittel für Bürgerinnen und Bürger, ihre Meinung kund zu tun, spüren.

Hanna Zoe:
Glaubst du denn, dass diese Demos politische Auswirkungen haben?

Dennis:
Ich glaube nicht, ich hoffe! Ich denke die Politik, bzw. die Regierung muss endlich die Bevölkerung ernst nehmen und die Weichen für die erneuerbaren Energien stellen. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, wird sich er Widerstand vervielfachen, die vergangenen Demos waren
dann erst der Anfang. Es kann nicht sein, dass die Stimme der BürgerInnen von der Regierung ungeachtet bleibt, etliche Umfragen belegen, dass die Atomenergie von einer deutlichen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird.

 

Hanna Zoe: Möchtest du sonst noch etwas sagen?

Dennis: Ich möchte allen jungen Menschen ans Herz legen sich an etlichen Aktionen aktiv zu beteiligen. Wenn ihr eine Meinung zu einem Thema, ob es jetzt Energiepolitik oder etwas anderes ist, habt dann könnt ihr diese kundtun. Bringt euch zum Beispiel in die Grüne Jugend ein und diskutiert dort mit, helft mit Aktionen vorzubereiten, geht auf Demonstrationen. Zeigt einfach den Alten, das euch unsere gemeinsame Zukunft alles andere als egal ist und wir eben nicht politikverdrossen sind. In diesem Sinne, wir sehen uns auf der nächsten Demo! Bis dann, euer Dennis.