Mittlerweile haben es wohl schon alle mitbekommen – Horst Köhler ist als erster Bundespräsident fristlos zurückgetreten. Auslöser war die Ausstrahlung eines Interviews mit Deutschlandradio, dass vorerst von ihnen zurückgezogen wurde, weil die Äußerungen zu heikel waren. Trotzdem veröffentlichte Deutschlandradio das Interview nochmal komplett und es dauerte seine Zeit, bis die folgende Aussage die Ohren der Massen erreichte:

In meiner Einschätzung sind wir insgesamt auf dem Wege, in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe, mit dieser Außenhandelsabhängigkeit, auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren – zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch negativ auf unsere Chancen zurückschlagen, bei uns durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Alles das soll diskutiert werden – und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.

(Audio-Version)

Einen Dank hier an alle BloggerInnen für die Verbreitung und die Hinweise auf das Interview. Es meldeten sich heute schon viele Stimmen zu Wort, tagesschau und taz berichteten, Cem Özdemir wurde auch fein zitiert. Doch hier noch einmal ein Blick (oder »Horch«? Den Blick gibt’s ja oben…) auf die wogenschlagenden Quellen:

Das komplette Interview nach dem Afghanistanbesuch

Erste Nachrichten über das Interview

Interview mit Ruprecht Polenz (CDU) »Missverständnisse Zwinkernd – ob Köhler nicht doch einfach nur die Wahrheit sagte?«