GRÜNE JUGEND Rheinland- Pfalz fordert mehr Investitionen in den Bildungssektor

Die Bedingungen hätten nicht besser sein können. Gutverdienender AkademikerInnenhaushalt, Abitur im vermeintlichen Bildungsspitzenland Bayern, während dem Grundwehrdienst bis zum Stabsunteroffizier hochgedient und In Bayreuth und München studiert. Doch zum zweiten Staatsexamen kam es schon nicht mehr. Statt dessen folgte eine Doktorarbeit, die dem Verteidigungsminister nun den hämischen Spitznamen „Karl-Theodor zu Googleberg“ eingebracht hat. Die Causa zu Guttenberg zeigt: Es ist Zeit für ein Umdenken im deutschen Hochschulwesen. Da bescheinigt uns die OECD schon seit Jahren, dass wir die Reichen und Gebildeten bevorzugen, und dann schaffen die es auch nicht wirklich.

Dazu erklärt Sebastian Hebler, Landesvorstandssprecher der Grünen Jugend Rheinland- Pfalz: „Wir sind uns sicher, dass sich Herr zu Guttenberg die groben Schnitzer in seiner Dissertation nicht aus reiner Bosheit oder mangelnder Qualifikation geleistet hat. Viel eher müssen wir vermuten: Er hat es nicht besser gelernt. Wie denn auch. Überfüllte Hörsäle von München bis Magdeburg, überforderte Akademiker von Bayreuth bis Berlin. So lange ein einzelner Professor jedes Jahr weiterhin eine dreistellige Anzahl von Abschlussarbeiten betreuen muss, hat er ja gar keine Chance, jedem das wissenschaftliche Arbeiten ordentlich beizubringen. Er hat, wie wir im Moment sehen, ja nicht einmal die Möglichkeit, alle Verfehlungen seiner Studenten im nachhinein selbst aufzudecken. Bei systematisch unterfinanzierten und überbelasteten Akademikern wird aus
einem „Copy and Paste“ schnell mal ein „summa cum laude“.“

Da hilft auch die ganze Häme nichts, die im Moment über den armen Minister von FAZ bis taz ausgegossen wird.

Dazu führt Ann Kristin Pfeifer,Landesvorstandssprecherin der Grünen Jugend Rheinland- Pfalz weiter aus: „Die Grüne Jugend Rheinland-Pfalz nimmt ausnahmsweise mal den Verteidigungsminister in Schutz und wir fordern von seiner Kollegin Schavan und ihren KollegInnen in den Ländern, dass sie die Zeichen der Zeit erkennen. Unser Bildungssystem ist vollkommen unterfinanziert. Vielleicht ist das Verteidigungsressort ja nun bereit, auf ein paar Ausgaben zu verzichten, der verantwortliche Minister kennt die dramatische Situation ja zu genüge. Daher fordern wir, dass der wichtige Bildungssektor finanziell besser ausgestattet wird! Außerdem muss es ein Bildungssystem geben, in dem alle Menschen, gleich welchem Hintergrund gefördert werden!“

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