In der heutigen Zusammenarbeit mit der AIDS- Stiftung Rheinland Pfalz hat sich die GRÜNE Jugend unter Anderem in Koblenz an den geplanten Aktionen beteiligt.

Es wurden zahlreiche Kondome verteilt, Info- Broschüren ausgehändigt und versucht, ins Gespräch zu kommen. Unser gemeinsames Ziel war es, die Bevölkerung über die Krankheit, ihre Vorurteile und Klischees aufzuklären. Wir mussten aber feststellen, dass dies nicht so einfach war wie wir dachten.

Schweigend gingen die Menschen an den Ständen der AIDS- Hilfe vorbei. Die Blicke wurden gesenkt. Kaum jemand schaute sich das Informationsmaterial an oder nahm ein Verhütungsmittel mit. Noch seltener wurden wir als RepräsentantInnen der Initiative angesprochen. Und wenn, dann mit Sprüchen wie: „Ihr Ketzer, was wollt ihr mit dem Plastik- Mist?“ Oder mit Anschuldigungen wie „Ihr verderbt unsere Jugend mit euren dummen Aufklebern. Das ist Manipulation!“


Die Krankheit AIDS wird in der heutigen Gesellschaft noch immer tot geschwiegen. Und wenn Eltern beginnen, ihre Kinder aufzuklären, bleibt es meist bei: „Kind, passe auf dich auf. Es können dir viele schlimme Dinge passieren.“ Diese mangelhafte Aufklärung führt zu falschen Vorurteilen den Betroffenen gegenüber. AIDS war in den 80er Jahren und Anfang der 90er das Thema. Es wurden unzählige Initiativen zur Aufklärung und Prävention der Krankheit gegründet. Mittlerweile muss mensch feststellen, dass das öffentliche Interesse stark abgenommen hat. Dieses abgewandte Interesse führt dazu, dass alte Vorurteile wieder erstarken, sei es über die Verbreitung von AIDS oder die Fehlannahme, es sei eine Krankheit von der lediglich homosexuelle Männer betroffen sind. AIDS kann jede_n treffen. Unabhängig von Geschlecht, Alter oder sexueller Ausrichtung.
Die Diagnose HIV-Positiv, bzw. die Krankheit AIDS ist im Alltag für Betroffene dann eine Belastung, wenn sie auf diese Vorurteile stoßen. Wenn Menschen sich von ihnen abwenden, weil sie denken, alleine Hautkontakt könne den gefährlichen Virus übertragen. Mit eine/r/m Betroffenen völlig normal zusammen zu leben, ist absolut möglich, wenn man einfachste Regeln beachtet. Ebenfalls muss vermittelt werden, dass die sexuelle Orientierung keinesfalls mit der Erkrankung zusammen hängt. Demnach können ein Unfall während der Arbeit, die Entwicklungsarbeit in Entwicklungsländern oder eine allgemein fahrlässige Lebensweise Ursachen zur Infizierung sein.
An diesem Tag zeigten wir uns als VermittlerInnen und AufklärerInnen. Doch müssen diese Denkanstöße täglich in die gesamte Gesellschaft hinaus getragen werden, sodass wir es gemeinsam irgendwann schaffen können, in einer aufgeklärten Gemeinschaft leben zu können, die sich freut, weitere Informationen zu bekommen, die ihre Kinder über sämtliche Gefahren und Probleme hinsichtlich der Sexualität vermittelt und die hilft, AIDS vollkommen zu bekämpfen.