Pressemitteilung 23/2009

Forderungen der GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz zur KultusministerInnenkonferenz

Der Beschluss des Akkreditierungsrates, den Leistungsdruck im Bachelor-Studiengang durch weniger Prüfungen und der Betrachtung der Studierbarkeit vor der Zulassung eines Studiengangs zu senken, zeigt den Willen der Verantwortlichen zur Veränderung als Reaktion auf die Proteste. Doch die Reakkreditierung lässt lange auf sich warten und erfüllt die Forderungen der Studierenden nicht einmal annähernd.

Das nun stattfindende Treffen der KultusministerInnen sollte zeitnahe Veränderungen für die jetzigen Studierenden im Blick haben und dabei weder bei halb gewollten und langwierigen kleinen Tüfteleien verweilen noch in Aktionismus unter fehlendem Einbezug der Betroffenen verfallen!

Die universitäre Bildung ist ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Entwicklung und Erkenntnis. Die selbstverantwortete Bildung und eigene Erfahrung sowie Erkenntnis ist unerlässlich für eine
mündige, kritische, autonome und individuelle Entfaltung der Person.
Stures Lernen nach Bausteinen, fehlender Einblick in die Forschung und deren Ausrichtung auf Profit sowie nicht vorhandene Freiheiten stehen diesem Anspruch entgegen. Rankings, Credits, Einschränkungen und Pflichten führen nicht zur Bildung, sondern Ausbildung eines marktgerichteten Menschens. Demokratische Gestaltung und Mitbestimmung muss fest in unserer Gesellschaft verankert werden – unsere Bildungseinrichtungen bieten sich bestens dafür an! Einflussreiche Privatmenschen und Wirtschaftsvertreter sind jedoch nicht gemeint, ohne dabei die wichtige und auch eigennützige Förderung der Wirtschaft für
Forschung und Lehre zu missachten.

Die freiwillige Ausübung eines Ehrenamts während der Freizeit bleibt eine Seltenheit; vielmehr muss festgestellt werden, dass Zusatzjobs aufgrund von hohen Kosten und Gebühren nötig sind. Wir fordern weniger Zeitdruck für Studierenden und SchülerInnen und die Abschaffung aller Bildungsgebühren. Denn auch die schulischen Missstände dürfen bei den Diskussionen nicht vergessen werden. Es fehlt nicht an Geld, sondern Entschlossenheit, die jetzigen Zustände zu verbessern. Wir, die GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz, fordern die Teilnehmenden der 328. Plenarsitzung der KultusministerInnenkonferenz zu einem verantwortungsbewusstem Handeln auf.