Seit Anfang Oktober dürfen LSBTTIQ+*-Paare in Deutschland heiraten. Sie dürfen Kinder adoptieren und einen festen Ehebund eingehen. Auch im 21. Jahrhundert ist dieses „neue“ Familienbild jedoch immer noch nicht überall auf der Welt etabliert.

Statistik

Weltkarte mit farblicher Markierung zur Rechtlichen Lage Homosexueller
Homosexualität legal: gleichgeschlechtliche Ehe (dunkelblau), gleichgeschlechtliche Partnerschaften (blau), Anerkennung (türkis), Anerkennung auf Bundesebene jedoch nicht auf Landesebene (hellblau), keine Anerkennung (grau), Einschränkung der Meiungsfreiheit (gold)
Homosexualität illegal: unter Strafe (gelb), Empfindliche Strafe (orange), Haftstrafe (hellrot), Todesstrafe (dunkelrot)
Bild: CC BY-SA 3.0, Wikipedia Various Authors (Initial version by Silje)

Vorbild sein

Die roten Einfärbungen, auf der abgebildeten Weltkarte, sind ein Blickfang und zeigen, vor allem in afrikanischen, Ländern und aber auch teilweise in asiatischen Ländern ist es nach wie vor illegal, homosexuell zu sein. Mit Prügelstrafen oder Gefängnisaufenthalten werden Homosexuelle Paare „bestraft“. Es soll sie „umstimmen“ und ihnen einen Denkzettel verpassen.

In einer postfaktischen, modernen, etablierten Welt, werden Homosexuelle für ihre Sexualität eingesperrt oder sogar getötet. In dieser Weltgemeinschaft, in der jeder „politisch Korrekt“ und „offen“ sein will, werden Homosexuelle in Seminare geschickt, wo ihnen erzählt wird, dass sie die Homosexualität bekämpften können und sie somit geheilt werden könnten..
Wird es nicht langsam Zeit, dass wir alle Familien, seien es Regenbogenfamilien oder Familien mit Mann und Frau in einer Beziehung, als „normal“ ansehen? Wir leben in einem freien Land, wo Humanismus groß geschrieben wird und Freiheitsrechte zur gesetzlichen Grundausstattung gehören, sollte da nicht jeder seine sexuellen Vorlieben ausleben können, und sich nicht heimlich mit Menschen treffen müssen? Sollte Deutschland als ein Land, nicht dabei also eine Vorbildfunktion einnehmen, und es den anderen Ländern vormachen. Die gesetzliche Öffnung zur „Ehe für alle“ ist dabei nur ein erster Schritt. Springen wir über unseren Schatten und lassen uns von Neuem bereichern.

Um Regenbogenfamilien zu etablieren, brauchen wir mehr Aufklärungsarbeit. Und es hilft nicht, wenn unsere Kindern einmal im Jahr Sexualkundeunterricht in der Schule haben. Es bedarf an einer Aufklärung für alle. Kinder sind uns da schon vorangeschritten. Wir brauchen Aufklärungsarbeit für Erwachsene auf den Straßen, in der Arbeitswelt und vor allem, durch die Medien zu Hause. Setzen wir als GRÜNE Partei ein Zeichen und unterstützen wir die Aufklärungsarbeit von „SchLAu“ (Schwul, Lesbische Aufklärung). Die ehrenamtlichen Mitarbeiter bieten Bildungs- und Aufklärungsveranstaltungen zu sexueller Orientierung und geschlechtlicher Viefalt für Schulen und andere Einrichtungen an.

Wir stehen alle in der Verantwortung und dürfen nicht behaupten, diese Thematik gehe uns nichts an. Wir müssen alle über Homosexualität nachdenken und uns informieren. Wir müssen alle ein Zeichen setzen, gegen Homophobie und Hass. Zeigen wir Akzeptanz! Machen wir unseren Mund auf und Scheuen wir uns nicht vor gleichgeschlechtlich Liebenden Menschen, denn wir sind alle Menschen und alle gleich viel wert.

Verfasst von Johannes Wild, verändert durch Theresia Lutz