Die Grüne Jugend Rheinland-Pfalz

– Eine außerschulische Bildungsträgerin

Das Thema Bildung ist für viele ganz klassisch mit Schule, Lehrplänen, Wissen und Abschlüssen in Verbindung zu bringen. Doch der Bildungsbegriff geht über die formelle Bildung hinaus und beinhaltet auch außerschulische Bildung, die nicht in Zahlen zusammengefasst wird. Das ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen trägt zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bei und vermittelt Kompetenzen, da es oft mit Eigenverantwortung und Gestaltungsfreiheiten zusammenhängt, die früh übernommen werden. Bildung ist ein aktiver Prozess, der selbstverantwortet abläuft und Entfaltungsraum braucht, um zur mündig Verwirklichung des eigenen Lebens zu kommen. Passiver Wissenskonsum als Bildung führt zur Ausbildung zu Arbeitskräften und basiert auf einem Bildungsverständnis, das Bildungskriterien mit festgesetzten Noten und sozialer Schicht gleichsetzt und sie als Auswahlwertung für Bewerbungen sieht. Denn ein guter Abschluss hängt vom Geld der Eltern ab, sodass Bildung zur Ware wird.Einer der Workshops auf unserem Sommercamp - Sommercamp GJ-RLP

Außerschulische Bildung und ehrenamtliches Engagement wird von einem Bildungsabschluss nicht ausreichend repräsentiert und ist durch fehlende gesetzliche Freistellungsregelungen und Fehlstunden benachteiligt. Dabei liefert das außerschulische Lernfeld einen wichtigen Beitrag zu einer funktionierenden Demokratie. Wer in jungen Jahren Beteiligungsmöglichkeiten nutzen lernt und Handlungserfahrungen sammelt, wird als Erwachsene_r auch gesellschaftlich aktiv bleiben.
Im Gegensatz zur undemokratischen Struktur der Schul-, Ausbildungs- und Studieninhalte, bieten selbstbestimmte Jugendstrukturen Raum, alternative Themen oder Projekte zu erarbeiten. Die Vielfalt der dadurch entstehenden sozialen Kontakte können aber auch eine Rückzugsmöglichkeit aus dem Lebensraum Schule bieten – vor allem bei Mobbing.
Je nach Vorlieben können in verschiedenen Gruppierungen unterschiedlichen Fähigkeiten eingebracht werden, die möglicherweise auch nicht dem bürgerlichen Bildungsideal entsprechen und daher keinen Raum in dem formellen Strukturen haben.

Die formelle Bildung ist stark verzweckt mit dem Ziel des sicheren Arbeitsplatzes und somit wird schon in den Grundschulen ein künstlicher Konkurrenzdruck aufgebaut und Hausaufgaben mit einem hohen Stellenwert versehen. Daher fehlt oft die Zeit für ehrenamtliches Engagement, welches auch im Studium oder in der Ausbildung dank hoher Gebühren einem Mini-Job weichen muss.

Trotzdem lassen sich Jugendliche es nicht nehmen, partizipative Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen, in ihren Verbänden zu organisieren und sie trauen sich zur Verantwortung. Aber auch das Zutrauen ist ein wichtiger Bestandteil – denn man wächst mit der Verantwortung sowie Fehlern, Erfahrungen und Erfolgen. In großen politischen Kreisen herrscht jedoch ein negatives Jugendbild vor, sodass Jugendpolitik vielmehr als Reglementierungs- denn als Mitgestalltungspolitik verstanden wird. Viel zu oft werden politische Entscheidungen gefällt, die Jugendliche betreffen, ohne dass deren Meinung gefragt, geschweige denn Mitbestimmung eingeplant ist. Fehlende selbstverwaltete Jugendräume und die schlechte Förderung von außerschulischen Bildungsträgern sind darauf zurückzuführen, dass »Minderjährige« von den demokratischen Strukturen ausgeschlossen sind. Die Struktur des »Ring Politischer Jugend« (RPJ) z.B. reproduziert das politische Machtverhältnis und fördert nicht die strukturschwachen Verbände, die die finanzielle Mittel für ihre politische Jugendbildung benötigen. Auch andere Förderinstitutionen sind nicht niedrigschwellig, da oft komplizierte Anträge eingereicht werden müssen.

Die unentgeltliche ehrenamtliche Arbeit in Vereinen, Verbänden und freieren Gruppierungen leistet einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Dennoch wird Lohnarbeit viel höher angesehen, sodass das Ehrenamt – wie auch die Hausarbeit – nicht vergütet werden. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde diesen Missstand aufheben und Potential für ehrenamtliche Arbeit freiwerden lassen. Auch die Arbeit der Grünen Jugend wird hauptsächlich von Ehrenamtlichen getragen. Der Bildungsauftrag und die Stärkung zur Partizipation sind Hauptbestandteile der Grünen Jugend. Durch die Vernetzung auf Bundesebene werden viele Seminare sowie Fachforen für Mitglieder zugänglich. Doch dort hören die Möglichkeiten noch nicht auf! Auf Europa-Ebene kann durch die »Federation of Young European Greens« (FYEG) und das »Cooperation and Development Network Eastern Europe« (CDN) bei Seminaren teilgenommen und mitgewirkt werden. Auch ein internationales Sommercamp mit Workshops und Vorträgen findet jedes Jahr statt.

 

Unsere Veranstaltungen:

Seminar über Asylpolitik in MainzSeminar über Asylpolitik in Mainz

Landesjugendkongress in Haßloch, anschließend MilitarisierungsseminarLandesjugendkongress in Haßloch, anschließend Militarisierungsseminar

 

Einer der vielen Workshops auf unserem letzten Sommercamp vom 6.-9. September

 

 

 

Einer der vielen Workshops auf unserem letzten Sommercamp vom 6.-9. September

 

 

 

 

 

 

Am 4. September in Ludwigshafen: Ernährungsseminar »Kein Brot für die Welt«

 

 

Am 4. September in Ludwigshafen: Ernährungsseminar »Kein Brot für die Welt«

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Text erschien im GrünRegional.